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TULUS - Biography obscene (CD 2007, Indie Recordings) 35 min.
Also gut, Khold sind erstmal auf’s schwarze Eis gelegt worden und nach gut sieben Jahren machen Sverre, Bergli und Drummer Victor mit TULUS weiter. Obschon namentlich ein Begriff, hab ich mir die Musik der Norweger nie zu Gemüte geführt. Leider gibt mir „Biography obscene” auch keinen Aufschluß darüber, ob ich TULUS hassen soll oder lieben muß. Das vierte Album ist so zwiespältig, wie ich seit langem kein Release in der Bude hatte. Umspült von einer irgendwie trocken und zugleich undergroundig gearteten Produktion präsentiert der Dreier zwei Handvoll Songs, denen man zuvorderst das Prädikat eigenwillig aufdrücken muß. Ein manchmal echt verstörendes Gebräu aus nordisch kaltem Black Metal, doomiger Schwere, rockigem Saitenspiel und einem Kanister brenzliger Moderne strömt aus den Boxen. Das alleine wäre noch kein Grund zur Veranlassung. Allerdings stoßen die Norweger auch keine Tore in neue musikalische Welten auf. Von einem Gigant, wie es der Waschzettel verlauten läßt, kann man wohl mehr als Riffs und Breaks von der Stange erwarten. Desweiteren kann man TULUS natürlich technisch nicht vor den Koffer kacken. Nur, das ganz Schwierige an TULUS sind erstens die Art und Weise, wie sie die Elemente zusammenführen. Es würde zu weit führen, das ganze Repertoire der Nicklichkeiten aufzulisten. Ich will nur sagen, daß das Songwriting einige Haken und Ösen hat. Zweitens sind da diese ganz speziellen Ungewöhnlichkeiten, die die Band in ihre Songs einbaut. Frauengesang geht in Ordnung, auch wenn der auf „Biography obscene” weder opernhaft noch metallisch, sondern grob gesagt horrorhaft und hysterisch ist. Nur Violinen, Cello, Blechbläser, Piano und Saxophon hört man eben allgemein nicht von einer Black-Metal-Band. Jedenfalls nicht komplett auf einem Album. Mein Verständnis für die Norweger hört spätesten dann auf, wenn rauschige Akustik-Gitarren ein Flamenco-Break hinlegen („Natal day”). Wo hört man schon ein jazziges Saxophon-Solo („Demise”), außer eben bei TULUS? Oder kratzige, schiefe, Ohrenkrebs verursachende Violinen, die verdächtig nach einer verrosteten Türangel klingen („Allow no light”). Und wer traut sich, wie bei „Torches quenched”, aus einem Orgel-Intro zu SchwarzMetall zu wechseln, welcher dann nahtlos zu einem langen, rockigen Gitarren-Lead abgeschliffen wird? Genau, du sagst es. Okay, dieses oder jenes gibt es bei anderen Bands auch. Aber in dieser Konzentration? TULUS provozieren und spalten. Ich bleibe unentschieden.
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