19.01.09



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TROLLFEST - Villanden (CD 2009, Twilight) 38 min.
Bei TROLLFEST bin ich wiedermal hin- und hergerissen. Mit welcher Unbekümmertheit die vier norwegischen Klamaukrabauken ihre Scheiben mit (aber)witzigen Kompositionen bestücken, ist schon erstaunlich. Vergleicht es von mir aus mit Finntroll oder Korpiklaani, es wird der Sache nicht gerecht. Weder musikalisch noch von der Intention her. Ich nehme mal an, daß Finntroll ihre Mucke viel ernster nehmen, als es Mr. Seidel, Trollmannen, PsychoTroll und TrollBANK tun. Und bei Korpiklaani geht’s ja wohl eh nur ums Saufen. Ob man TROLLFEST ernst nehmen muß - diese Frage stellt sich nicht. An den technischen Fähigkeiten gibt’s nichts zu meckern. Die Musik ist top, meistens. Wenn auch nicht im Sinne eines „normalen” Metal-Albums. Dafür ist die Verbindung von Metal und Folk-Anleihen aus nordischen und karpatischen Gefilden mit der gewaltigen Comedy-Note zu abgefahren. Banjo, Akkordeon, Trompeten kommen zum Einsatz, ein kurzer Shanty-Kracher drängelt sich mal dazwischen. Im Titelsong darf die stachelbewehrte, stählerne Killerente auch mal ihr „Quack, Quack” loslassen, was fast schon zuviel des Guten, Witzigen ist. Die Texte kann man eh knicken. Wer kein Trollspråk beherrscht, diese Mischung aus hauptsächlich Norwegisch und Deutsch, hat schon verloren. Wie gesagt, ich schwanke mächtig zwischen Begeisterung und Ablehnung. „Der JegerMeister”, „God fart”, „Festival” und „Trinkenvisen” sind Songs, die einfach genial Albernheit, Folk und Metal zusammenbringen. „Uraltes elemente” und „Der Uhr ist skandaløst schändlich” sind bis auf gewisse instrumentale Eskapaden fast schon „nur” Folk/Metal. Den Rausschmeißer „Die Kirche undt der Mache” finde ich ebenfalls sehr gelungen. Hier geht es die Band relativ ruhig an, versteht es aber umso mehr, düster und spannend zu sein, obwohl der Beginn der siebeneinhalb Minuten recht flott und tanzbar ist. Probleme hab ich etwas mit dem abgedrehten Titeltrack, „Per, pål og Brakebeins Abenteuer” und „En ny erfaring” (klingt wie Hausmusik aus dem Bayrischen Wald). Also, momentan überwiegt noch der Spaß an der Sache. Nur übertreiben sollten sie’s eben nicht. Sonst wird das zur reinen Party-Mucke, was TROLLFEST ihr Nischen-Monopol kosten könnte.
www.trollfest.com