04.05.08
TRINACRIA - Travel now journey infinitely (CD 2008, Indie Recordings) 47 min.„Wandere nun...” - ja wohin denn? Drei Enslaved-Musiker (Kjellson, Bjørnson, Isdal) bilden ein Projekt mit Maja Ratkje and Hild Sofie Tafjord (von der Noise-Kapelle Fe-mail), mit Espen Lien (u.a. Slut Machine) und Iver Sandøy (Alternative/Rock-Band Emmerhoff). Ursprünglich begann das Drama als Auftragsarbeit für eine Konzertreihe, nun verstehen sich TRINACRIA als richtige Band. Daß das Album, bestehend aus sechs, teilweise sehr langen Tracks, mit Spannung erwartet wurde, kann man aus Sicht des Labels verstehen. Immerhin ist es ein gewagtes Experiment. Aber ansonsten, so vermute ich, wird „Travel now journey infinitely” nur kurzzeitig gewisse Aufmerksamkeiten im Sinne von „Haste schon gehört?” erzeugen und schließlich als weitere Sammelbox im Obskuritäten-Kabinett der Enslaved-Biographie enden. Das Grundgerüst des TRINACRIA-Sounds ist eigentlich schnell beschrieben: extremer Metal (Death, Black, Doom) trifft auf Noise, Electronica und Industrial. Insgesamt gibt es da aber so vielfältige Masseverschiebungen und Verflechtungen, daß es unmöglich ist, eine präzise Beschreibung hinzulegen, ohne das Album total zu zerpflücken. Das wird auch nicht der Sinn des ganzen sein. TRINACRIA wollen sicherlich innovativ sein. Und wenigstens kann man dem siebenköpfigen Orchester zugestehen, eine leidlich organisch wirkende Masse aus den vordergründig nicht unbedingt passenden Einzelteilen komponiert zu haben. Es ist stellenweise bizarr, manchmal traumatisierend und hypnotisch, und dann wieder nur krachig. Und anspruchsvoll - das auf jeden Fall. Aber letzten Endes geht mir solcher Kram meilenweit am Allerwertesten vorbei. Unerschrockene können sich auf der MySpace-Seite mittels Anfang und Ende des Albums („Turn-away” und Titelsong) eine eigenes, akustisches Bild des Materials machen. www.myspace.com/trinacriamusic |