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TRIGLAV - When the sun is rising above the earth (CD 2006, CCP Records) 46 min.
Ohne vorher irgendein offizielles Release vorgelegt zu haben, wurden TRIGLAV unter Vertrag genommen. Ob sich das ausgeht, wird die Zukunft zeigen. Denn laut Waschzettel zum Album der drei Ukrainer handelt es sich hier um eine komplizierte Verquickung von Black Metal, Folklore, symphonischen und Power-Metal-Elementen. „Pagan Black Metal” prangt über allem. Letzteres möchte ich so einfach nicht stehen lassen. Mag sein, daß TRIGLAV gerne an dieser Ecke auch noch ein paar Fans abgreifen wollen. Dafür sind mir aber zu wenige erhabene Momente in der Musik. Immerhin zeigt die Band aber Heimatverbundenheit. Denn wer versucht, das Logo zu entziffern, muß schon des Kyrillischen mächtig sein. Aber kompliziert ist der TRIGLAV’sche Sound, dem kann ich bedenklos zustimmen. Nicht, daß die sieben Songs sonderliche Anforderungen an die instrumentale Klasse der Beteiligten oder die Aufmerksamkeit der Zuhörer stellt. Es ist eher so, daß für „When the sun is rising above the earth” einfach zu exzessiv viele verschiedene Substanzen in den Schmelzkessel geworfen wurden. Nicht alles verbindet sich ohne Probleme. Die ersten Takte des Openers „The warrior of honour” lassen noch auf eines der unsäglichen Medieval-Folk-Metal-Orchester schließen. Aber schon bricht rasender Black Metal durch’s Unterholz, wirft uns ein Keyboard in die Fresse und zerrt Klassik-Arrangements hinter sich her. Dann, plötzlich, ein Power-Metal-Riff verschafft sich Gehör und wird später von Flöten-Klängen begleitet. Das letzte Drittel des Songs beherrscht teils schleppender, teils schnellerer Black Metal mit kehligen Screams. In diesem Stile setzt sich das gesamte Album fort. Es tauchen aber auch noch Power-Metal-Vocals auf, reine Folklore-Stimmen und verschiedenste Folk-Arrangements (irisch, slawisch, keltisch, nordisch), Violinen, irgendwelche mittelalterlich anmutende Instrumente, Cembalo-Parts. Das ganze zumeist mit durchgetretenem Gaspedal und trotzdem irgendwie „tanzbar”, wem das ein Qualitätsmerkmal ist. Manchmal klingen die Synths auch wie die typische Untermalung eines Rundgangs durch ein Burgmuseum - billig und nichtssagend. Wenigstens sind die oft harschen und speedigen SchwarzMetall-Einlagen anhörenswert. Insgesamt ist das aber zu wenig. Andersherum gesehen: wenn sich TRIGLAV dazu entschließen könnten, ihre Musik intensiver zu gestalten und nicht auf allen Hochzeiten tanzen zu wollen, dann... ja dann. Denn die technischen Voraussetzungen sind vorhanden, werden aber an zu vielen Fronten vergeudet.
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