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TRASHCANNED - Redemption (CD 2007, Noisehead Records) 48 min.
Gemülleimert? Gar so schlimm ist dieses Debüt-Album der Österreicher nicht. Auch wenn ich dem neothrashenden, mit melodischem Schweden-Death und etwas floridanischem Metzel-Krach durchsetztem Elf-Tracker generell eine hohe Durchschlagskraft bescheinigen kann, geht mir aber eines bei TRASHCANNED gehörig auf den Sack. Und das ist (wiedermal) the Pest called Keyboard. Es ist bei „Redemption” fast schon tragisch, wie durch das Synth-Gespacke immer wieder Songs einen musikalischen Totalschaden erleiden müssen. Denn alles andere haut bei den erst 2003 gegründeten TRASHCANNED hin. Der melodische Death Metal verfeinert in angenehmer Weise einen modernen Thrash Metal, der einen hohen Bang-Faktor, nahezu ständige Aggression und viel Abwechslung beinhaltet. Warum im Infoblatt von Industrial- und Hardcore-Einflüßen die Rede ist, kann ich nicht verstehen. Sporadische Einstreuungen von Metalcore lassen sich dagegen nicht von der Hand weisen. Auch spürt man, daß TRASHCANNED in den Anfangstagen als NuMetal-Band auftraten, selbst wenn die Band nach den ersten zwei, anscheinend ziemlich mies gelaufenen Jahren eine „radikale Stiländerung” reklamiert. Wie dem auch sei, das Sixpack aus St. Pölten überzeugt vor allem mit Gitarren-Arbeit der gehobenen Klasse. Mit Groove, Stakkato-Gehämmer, stimmigen Saitenläufen und einigen wenigen Frickel-Passagen erzeugen TRASHCANNED vielseitige Stimmungen. Der glasklare Sound bringt außerdem das tighte Schlagzeugspiel zur Geltung. Das tiefe Growlen setzt zwar keine Glanzpunkte, ist aber leidlich variabel, nie „emo” und trägt zur Brutalität bei. Das Bild wird etwas durch den uniformen Songaufbau getrübt. Und, wie gesagt, durch den Einsatz des Tasteninstrument. Ich kann’s mir nicht verkneifen, nochmal darauf rumzuhacken. Ganz einfach, weil die Synths nicht in die Songs passen. Angefangen beim forschen Opener „Final breath” (!) bis zum Rausschmeißer „Memento”, zieht der Kleisterkasten eine unheilvolle Spur durch „Redemption”. Mal ist er aufgesetzt-spacig („Final breath”, „Beyond remorse”), mal unwirklich, wie aus einem alten Computerspiel (Titeltrack, „My own revelation”), dann wieder hintergründig düster-romantisch („Ten days remain”, „Blindfold”), überzogen atmosphärisch („Heartbeat”), erdrückend maschinell („Depredation”), dümmlich horrorartig („Meet your doom”) undundund. Wirklich schade, denn ohne diesem Kram würden TRASHCANNED eine annehmbare Bewertung einheimsen. So aber fallen sie um zwei Stufen.
Tim Sklenitzka, Mittelgasse 26/1/5, 3100 St. Pölten (Austria) // trashcanned@gmail.com // www.myspace.com/trashcanned