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TRAPJAW - Virushuman (CD 2005) 51 min.
Ihre erste Full-Length beginnen TRAPJAW mit einem Akustik-Gitarren-Intro, unterlegt mit Samples aus „Fahrenheit 9-11”. Das ist ein Vorzeichen für das, was uns „Virushuman” im folgenden bietet. Denn TRAPJAW sind von der Lyrik-Schiene „William Blake” runter und widmen sich ganz profan dem momentanen Zeitgeschehen. Das bleibt natürlich auch für die Musik nicht ohne Folgen. So wirken Marek, Kossi und Max mit den neuen Songs sehr modern, auf irgendeine Art abgeklärt. Dennoch bleibt in den zehn Tracks das Gründgerüst aus Thrash und Death Metal weiterhin bestehen. TRAPJAW sind ihrem Songwriting wuchtiger geworden und haben zum Großteil das Material schneller auf den Punkt gebracht. Lediglich der Sound sagt mir nicht so zu, weil man zwar keinen Brei vorgesetzt bekommt, auch keine klinisch saubere Überproduktion, aber oftmals arge Schwankungen in der Abmischung zu vernehmen sind. Auffällig ist das besonders beim finalen „World depraved”, das wieder seinen Platz auf einer TRAPJAW-Scheibe gefunden hat und beim Vorgänger „Re-devoured by the crawling chaos” hiermit verglichen wie eine Dampframme klang. Und das siebenminütige „...and flesh came into being” ist für meine Begriffe als Akustik-Stück zu breit ausgewalzt und stellenweise holprig. Aber jetzt genug der Kritik! Denn alles andere auf diesem Album überzeugt vollends. Heftig treibende Thrash-Gitarren, massiges und brutales Death-Metal-Riffing, flottes, lebendiges Drumming (das nur manchmal etwas zum Überschlagen neigt) und last but not least der Gesang zwischen Grunts und reibeisenartigen Thrash-Gebrüll. TRAPJAW machen aus jedem Song etwas besonders, sei es mit Breaks, kleinen Frickeleien, Stakkato-Rhythmen, Akustik-Einschüben oder abgefahrenen Tempowechseln. Langweilig wird’s hier nie und so ist die reichliche Dreiviertel-Stunde ruckzuck vorbei. Repeat? Selbstverständlich! TRAPJAW haben mit „Virushuman” keinen Überhammer geschaffen, aber ein hieb- und stichfestes Album geliefert.
Marek Latos, Salzufler Str. 72, 33719 Bielefeld // marek@trapped-in-jaws.de // www.trapped-in-jaws.de


TRAPJAW - Re-devoured by the crawling chaos (MCD 2005) 25 min.
Da sage nochmal einer, der Thrash Metal hätte nur ein kurzes Zwischenhoch gehabt und jetzt ziehe wieder „Normalität” ein. Scheiß drauf! In Thrash-Land ist musikalischer Hochsommer, der Planet prasselt und TRAPJAW packen die Dreschflegel aus. „Re-devoured by the crawling chaos” enthält die überarbeiteten Songs der letztjährigen Mini „Devoured by ...”. Irgendwie war man wohl am Ende mit dem ersten Ergebnis doch nicht so wunschlos glücklich. Und so wurde hin- und her-arrangiert, um dem Kram auf die Sprünge zu helfen. Als Bonus haben TRAPJAW „World depraved” auf die Scheibe gepackt. Das Fazit des ganzen Theaters: diese Mini ist fett! Der Aufwand hat sich gelohnt, denn Marek (git & voc), Kossi (bass, backvoc) und Max (dr) haben ein geiles Brett auf die Beine gestellt. Der Thrash Metal knallt und hämmert und sprengt sich aus den Boxen. Hier und da lassen TRAPJAW ein paar Death-Metal-Bolzen fliegen. Besonders gefällig ist auch der Gesang, der desöfteren zweigeteilt in typische Thrash-Vocals und Death-Grunts daherkommt. Textlich sind TRAPJAW auf dem William-Blake-Pfad unterwegs, wer damit was anfangen kann. Den Auftakt bildet ein kurzes, atmosphärisches Intro. Mit „Awakening of Urizen” legen die Bielefelder dann los. Rasend schnell, breaklastig, mit bulliger Death-Polsterung schraubt sich der Song vorwärts, Gitarren-Solo inclusive. Es folgt der Titeltrack (ohne „Re”) mit fast reinem Thrash und einigen ruhigeren Passagen. Prügelt aber dennoch gewaltig über fast sechs Minuten. Absoluter Bang-Hammer ist „As the seventh age pass’d over”. Wenn da nicht vor der Bühne (oder Stereoanlage) der Hexenkessel brodelt und der Leibhaftige aus der Hölle flieht, weiß ich’s auch nicht. Muß man sich anhören. Zum Schluß geben TRAPJAW den genannten Bonus-Track zum Besten. Haut genau in dieselbe Kerbe wie „Devoured by the crawling chaos”. Ist etwas mehr im Midtempo beheimatet, mit mehr melodischen Anteilen. Aber speziell die Refrains sind knochenharter Prügel-Fetischismus. Diese Scheibe brüllt „Angriff, Angriff, Angriff”. Rette sich, wer will. Ich laß es mit mir geschehen.