THE LUCIFER PRINCIPLE - Pitch black dawn (CD 2007, Apache Productions) 42 min.Aufgrund der Tatsache, daß es die letzten Wochen und Monate viele Hypes, Enttäuschungen inclusive, und ungerechtfertigt großkotziges Label-Palaver gab, besonders wenn es um die Bezeichnung „old school” ging, bin ich mit äußerst gemischten Gefühlen an THE LUCIFER PRINCIPLE herangegangen. Die Holländer präsentieren nach zwei Demos ihr Debüt bei einer belgischen Plattenfirma. So weit, so gut. Und was soll ich sagen - „Pitch black dawn” ist wie eine Erlösung nach all dem modernistischen Trend-Geschrotte der vergangenen Tage. Zwar knallt das Material der Band nicht komplett von Anfang bis Ende („Breakpoint” rödelt ziemlich belanglos vor sich hin), dafür sind die restlichen acht Songs so überzeugend, daß man dem Album den Stempel „Empfehlenswert” aufdrücken kann. THE LUCIFER PRINCIPLE sind einfach nur Death Metal. Wenn auch mit ein paar Einschüben rockiger und thrashiger Natur. Das Album kommt ohne unnötigen (!) Melo-Müll und emotionalem Gezicke aus. Dafür bringt der Fünfer ungezügelte Gewalt mit, die sich durch’s ganze Spektrum der Geschwindigkeiten zieht. Das mir das Zeux besonders gut gefällt, wenn im Mid- und Uptempo gegroovt wird, spricht für die Band, da mir diese Machart ansonsten eher zu stumpf ist. Die Truppe um Sänger Erik Mensinga ist hörbar bemüht, jedem Song ein eigenes Gesicht zu verleihen. Ein paar Ausflüge in schleppende Passagen und nicht zu wenige Blast-Parts sind nur zwei der Mittel zum Zweck. Und diese reichliche Abwechslung kommt locker und natürlich rüber, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht, als Todesblei zu intonieren. So ganz von der Hand zu weisen ist das auch nicht, war doch fast die komplette Band schon in den Neunziger als Morbid Vision unterwegs. Alles in allem spielen in die Tracks der Holländer viele Einflüße rein, die aber alle zu einem großen Ganzen zusammenwachsen. Namen wie Six Feet Under, Amon Amarth, Bolt Thrower und Entombed werden den Herren nicht unbekannt sein. Einem Abklatsch-Sound gehen THE LUCIFER PRINCIPLE ganz geschickt aus dem Weg. Wie immer macht es Mischung, und die ist vielfältig, läuft aber eben auch absolut rund. Obwohl technisch perfekt, wird dieses Thema nie in den Vordergrund gestellt. Alles ist songdienlich - die Rhythmuswechsel, die Breaks, Leads und Soli. Bestechend ist die gesangliche Leistung. Obwohl die Grunts immer brachial und wütend sind, lassen sie auch die Lyrics verstehen und damit wirken, wie ein weiteres Instrument. Also, wie gesagt, THE LUCIFER PRINCIPLE haben mich brutal überrascht und ihr solltet ihnen eine Chance geben. info@theluciferprinciple.nl // www.theluciferprinciple.nl |