Interview mit THRUDVANGAR (November 2006, deutsch)
THRUDVANGAR - Walhall (CD 2006, Einheit Produktionen) 47 min.Mit ihrem Debüt-Album „Ahnenthron” konnten die anhaltinischen Dunkelmänner im Jahre 2004 bereits einige Achtungserfolge erzielen. Und das ist durchaus positiv gemeint. Denn vom Start weg sowohl von der kritischen Presse als auch von einem mehr als verwöhnten Publikum hochgelobt zu werden, gelingt ja nicht jedem. THRUDVANGAR, vor acht Jahren gegründet, haben mit ihrer Musik wohl so ziemlich alles richtig gemacht, den Nerv der Fans getroffen und waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der zweite Hammerschlag „Walhall” erscheint nun via Einheit Produktionen unter den Fittichen eines mehr als passenden Labels. Dort werden THRUDVANGAR mit ihrem Viking Metal jedenfalls keine Hinterbänkler sein. Ganze zehn abwechslungsreiche Lieder aus epischem, beschwörendem und rasendem Metal haben die fünf Barden geschmiedet. Die Melodieführung wird vor allem in den getragenen und mittelschnellen Passagen vom Keyboard übernommen. Wenn THRUDVANGAR aber zu nordischer Raserei ansetzen, tritt es in den Hintergrund, abgrundtief schwarze Gitarrenriffs übernehmen mit hämmernden Drums und einem düsteren, berserkerartigen Gesang das Kommando. Bei „Walhall” halten sich beide Teile genial die Waage. Damit bleiben die Songs immer mit genügend Härte ausgestattet und werden nie zu bombastisch. THRUDVANGAR haben’s drauf, zugleich melodisch, erhaben, rauh und finster zu sein. Bis auf „Das Schwert der Asen”. Beim gesprochenen Refrain dieses Songs haben sich die Jungs mit der fast schon fröhlichen Melodieunterlage und den unpassend akzentuierten Worten einen groben Schnitzer in einem ansonsten guten Song geleistet. Auch wenn sich meine Wenigkeit am liebsten von brutalem Todesstahl in Stücke reißen läßt - THRUDVANGAR können mich mit ihren mäjestischen und treibenden Songs begeistern. Alleine die häufig dominierenden Keyboards sind mir (wie immer) suspekt. Die völlige Entfernung würde die Klänge der Band verfälschen. Wenn aber die Synths etwas aus dem Vordergrund genommen würden und man die Atmosphäre mehr mit den anderen Instrumenten erzeugen könnte, würde ich THRUDVANGAR uneingeschränkt verfallen. Da dieses Thema aber wahrscheinlich die wenigsten Viking-Metaller interessiert, sei „Walhall” eben jenen heftigst empfohlen. thrudvangar@gmx.de // www.thrudvangar.com |