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THE VISION BLEAK - Carpathia (A dramatic poem) (CD 2005, Prophecy Prod.) 42 min.
Was hab ich das Review von „Carpathia” vor mir her geschoben! Immer wieder grinste mich das Teil an und forderte mich zum Duell. Das Debüt („The deathship has a new captain”) von Schwadorf (Empyrium) und Konstanz (Ewigheim) war nicht gerade das, was mich irgendwie zu Euphorie hingerissen hätte. THE VISION BLEAK präsentieren nun ihr Zweitwerk. Ich geb’s ja nur ungern zu, aber „Carpathia” hat was. Vorallem eines: Jede Menge dunkler Death Metal. Sicher, das Album ist mehr ein sauber intonierter und klinisch reiner Soundtrack für einen Horrorfilm. Nach einem strengen Konzept aufgebaut. Nur diese Masse von deftigem Riffing und handfestem Geknüppel hätte ich nicht erwartet. Handwerklich kann man beiden natürlich nichts vormachen, versierte Musiker sind das allemal. Bemerkenswert ist auch noch der sehr abwechslungsreiche Gesang. Das ist dann allerdings auch alles, was mir halbwegs reinläuft. Ich weiß nämlich nicht, ob sich THE VISION BLEAK hiermit nur einen größeren Käuferkreis erschließen wollen. Das Intro „The drama of the wicked” ist gleich mal eine zweiminütige Opernarie. Im folgenden haut das Duo einen Brocken nach dem anderen raus. Man wird aber zunehmend theatralischer, dekadenter, wildert bei Gothic und bei Dark Metal. Da schwingt eine unterschwellige Arroganz mit, die ich nicht leiden mag. Man mutet dem Hörer so einiges zu. Orientalische Sound-Passagen, opernhaftes Gejammer mit männlichen und weiblichen Vocals, seltsame Refrain-Chöre, die nach einer harten Version von „Hakuna Matata” klingen. Mann, das nervt. Der erste Eindruck von „Carpathia” war ja gar nicht so schlecht, aber mit der Zeit wird’s immer unangenehmer. Ein Fan von THE VISION BLEAK werde ich definitiv nie, dafür sind mir die Kompositionen zu sehr abgehoben und theatralisch.