02.07.08
THE STONE - Neke rane krvare vecno (CD 2008, Grom Records) 46 min.Eigentlich dachte ich ja, daß „Neke rane krvare vecno” ein neues Album von THE STONE sei. Nun ist es aber doch „nur” ein Re-Release. Es handelt sich dabei um „Some wounds bleed forever” von Stone To Flesh, wie die Band früher hieß. Zu den alten Album-Tracks gesellen sich „Ja sam tvoja smrt iznenadna” und „Cujete li, smeju nam se mrtvi” von einer EP aus dem Jahr 2004 sowie ein Live-Video vom Under-The-Black-Sun-Festival von 2005. Trotzdem kann man sich das Album immer noch, oder auch wieder mal, zu Gemüte führen. Wer mit der Balkan-Szene einigermaßen vertraut ist, dem muß man THE STONE nicht mehr vorstellen. Für alle anderen: die Band aus Serbien treibt alles in allem bereits seit gut zwölf Jahren ihr Unwesen im metallischen Underground. Einige Demos, EP’s und eine Handvoll Alben zieren mittlerweile ihre Historie. Geboten wird auf der mehr oder weniger aktuellen Scheibe leicht thrashiger Black Metal, der ganz in der Tradition der skandinavischen Vorreiter steht. Die acht ursprünglichen Songs werden von schnellen, wütenden Riff-Attacken, rasant knüppelnden Drums und einem Sänger mit Reibeisen-Kehle und jeder Menge Feindseligkeit in der Stimme dominiert. Ganz selten einmal tauchen Keyboard-Sequenzen in den Songs auf, so zum Beispiel im alles eröffnenden „Unveiled evil”. Insgesamt kann man die aber vernachlässigen, so daß selbst ausgewiesene Synth-Hasser mit den ansonsten sehr derben Klang-Eruptionen gut fertig werden dürften. Was allerdings wirklich fehlt, ist etwas, das THE STONE von anderen Bands unterscheiden würde. Sie machen ihre Sache recht gut, die Tracks drücken angenehm brutal auf Nacken und Gedärm, und bringen hin und wieder etwas Abwechslung mit Tempoänderung und Breaks ins Spiel. In dem Zusammenhang stechen der besagte Opener, „Za korak paklu blize” und „Serbian wood” eindeutig hervor. Noch besser klingen aber die zwei Songs, die THE STONE als Bonus angehängt haben. Da hat man sich echt ins Zeug gelegt und ziemlich ausgereifte, eingängige und wirkungsvolle Kompositionen geschaffen. Also, eingefleischte Fans werden bei „Neke rane krvare vecno” zweifellos wieder wertvolles Ohrenfutter finden. Anchecken sollte man THE STONE auf jeden Fall. Marko Jerkovic, Vele Nigrinove 7, 11000 Belgrade (Serbia) // band@thestonehorde.com // www.thestonehorde.com |