29.09.08
THE OATH - 4 (CD 2008, Code666) 45 min.Och nö, nicht schon wieder bombastisch-schwarzes Todesblei aus Italien - hab ich mir so gedacht, als die letzten Klänge des Klimper-Intros verstummt sind und „This day” mit mächtigem Riff, bösem Gebrüll und hintergründigen Synth-Tönen aus den Lautsprechern springt. Oder ist es doch ein skandinavischer Tobsuchtsanfall. Aber hoppla, das sind ja weder Stiefelschnarcher noch Nordmänner, sondern Franzosen. Na, wenigstens paßt das Label etwas ins Konzept. Trotzdem stell ich mir unter extremem Metal etwas anderes vor. Keyboards, wie sie bei THE OATH dauerpräsent sind, gehen da schon mal gar nicht. Klargesang („A question of faith”) muß auch nicht sein. Das ständige Bombast-Geballer und Background-Geklimper verliert auch schon nach zwei, drei Tracks seine Wirkung. Mancher Abschnitt ist zwar recht gut gelungen, die Produktion ist knallig und ihre Instrumente beherrschen die Franzosen auch ohne Zweifel. Aber fast alles, was in den zehn Stücken vorgetragen wird, kommt mir so bekannt vor. Da sind alte Filz-Gretel-Reminiszensen vorhanden, und Dimmu-Borgir-Vergleiche kommen schnell auf. Die Songs sind zudem schematisch aufgebaut, haben zu viele Längen und bieten alles in allem kaum mal erwähnenswerte Höhepunkte. Hier und da mal ein feiner Gitarrenlauf („The unborn”, „Lifeless desire”, „Godless existence”), einige gute Rhythmuswechsel in einem ansonsten gleichmäßig dahinfliegenden Aggressions-Zug entlocken mir keine Begeisterung. Sicher hab ich schon schlechtere Alben aus der Schublade, die THE OATH bedienen, gehört. Aber mehr als durchschnittlich ist „4” eben auch nicht. www.myspace.com/theoath666 |