TENHI - Maaäet (CD 2006, Prophecy Productions) 60 min.Das finnische Wort TENHI bedeutet soviel wie „Faszination”. Bei Ilmari Issakainen, Tyko Saarikko und Ilkka Salminen ist es von Beginn an eine Begeisterung für die Natur gewesen. Mit Metal, selbst in einem sehr weit gefaßten Spektrum, hat die Musik der Finnen nichts zu tun. Die Fanatiker überspringen also geflissentlich die folgenden paar Zeilen. Für jene, die es dennoch interessiert: Seit 1996 verfolgen TENHI ihren ganz eigenen Weg, Stimmungen, Gefühle und das Mystikum Natur in allen Spielarten musikalisch zu beschreiben. Die Band bedient sich einer offensichtlich recht erfolgreichen, progressiven Version von Folk-Musik. Auch auf ihrem dritten Album sind TENHI dem treu geblieben, was sie gleichsam unverwechselbar machen dürfte. Ruhige, verträumte Klänge, schwebende oder fließende Kompositionen, die wie in Trance dargeboten werden und, sofern man sich selber freigibt, eben dahin führen können. Die zwölf Lieder von „Maaäet” hören sich an wie vertonte Gedichte eines entrückten Wanderers zwischen Zeit und Raum, der dennoch mit Fleisch und Blut fest auf dem Boden steht. TENHI brausen nie auf, TENHI werden nie laut, nie provokant oder wild. Selbst wenn es mal den Anschein hat, daß etwas ausbrechen will, wie in der zweiten Hälfte von „Kuulut kesiin” oder dem nachfolgenden „Salain”, zügelt man sich immer. So düster wie damals das Material der „Airut:Ciwi”-Mini werden TENHI hier niemals. Obwohl - zum Schluß hin, bei „Tuulenkaato”, „Uuvu oravan luu” und „Rannalta haettu”, läßt sich verstärkt an eine Art Anspannung und mystische Feurigkeit spüren. Die Vocals werden dunkler, das Drumming und Gitarrenspiel intensiver und ganz viel liegt an den tiefen Pianoklängen. Musik zum Versinken und Dahingleiten, ohne Ecken und Kanten.
TENHI - Airut:Aamujen (CD 2006, Auerbach Tonträger) 52 min.Da sind also TENHI wieder. Und kein Entrinnen möglich. Also gut dann, Scheibe in den Schacht geschoben und los geht’s. Eine Stunde Klaviermusik in neun Kapiteln. Nach fünf Jahren setzen TENHI damit ihre mit der MCD „Airut:Ciwi” begonnene Saga fort. Eigentlich wurde „Airut:Aamujen” bereits Ende 2004 in einer kleinen Auflage unter dem Bandnamen Harmaa (was „grau” bedeutet) in Eigenregie herausgegeben. Da das Line-up eh fast das gleiche ist und TENHI in der Zwischenzeit bei Prophecy unterschrieben, wird das Album nun wiederveröffentlicht. Konsequenterweise fehlt Ilkka Salminen in der Besetzung, weil die ganze Airut-Geschichte den Kopfbildern von Ilmari Issakainen und Tyko Saarikko entspringt. Mit Folk hat das meiner Meinung nach überhaupt nichts mehr zu tun, aber das ist sicher Ansichtssache. „Airut:Aamujen” baut fast durchweg auf Piano-Kompositionen auf. Es gibt keine Violinen, keine Gitarren, weder elektrische noch akustische, und nur spärlich Gesang. Unterstützt werden die Songs nur von Bass und Schlagzeug. Das letzte Studio-Album „Maaäet” kann hier keinesfalls als Vergleich herangezogen werden. Die Airut-Saga gründet auf anderen Intentionen. Die Musik ist vollkommen entspannt. Losgelöst und feinsinnig. Selbst die kleinen Anflüge von Spannung und innerer Unruhe, die auf dem letzten Album vereinzelt zu hören waren, gehen „Airut:Aamujen” völlig ab. Wirklich selten entwickeln die Kompositionen so etwas wie Drive („Luopumisen laulu”, „Hiensynty”). Ein äußerst ruhiges Album also, dessen Erstauflage als Digipak erhältlich ist. tenhi@utustudio.com // www.tenhi.com |