TEETH OF THE HYDRA - Greenland (CD 2006, TeePee Records) 51 min.Was TEETH OF THE HYDRA halb verwirrend, halb verharmlosend als „70er Jahre Black Metal” anpreisen, ist ein monströses Album aus der Kategorie Stoner/Doom. Wahrscheinlich haben die Amis, diese hier stammen aus Ohio, ein grundsätzlich anderes Verständnis von Black Metal als der gemeine Europäer. Denn auf „Greenland” läßt sich kaum eine Spur von SchwarzMetall ausmachen. Ist vielleicht auch im übertragenen Sinne gemeint. Jedenfalls haben es Matt Miner (git,voc), Matt Bailey (bass) und Jamie Stillman (dr) zustande gebracht, eine Scheibe aufzunehmen, die zugleich authentisch, frisch, depressiv und aufregend ist. Zudem ist der Sound der acht Tracks leicht schlammig geraten, und hier und da etwas übersteuert. Um das Labyrinth von „Greenland” noch undurchdringlicher zu machen, sind die Texte teilweise konzeptionell auf Wikinger-Themen aufgebaut. Greenland = Grönland, you know?! Trotz allem versteifen sich TEETH OF THE HYDRA nicht darauf, nur zähe Riffs und psychedelische Momente zu zelebrieren. Jeder Songs erzählt eine eigene Story, immer mit einem eigenen Drive und einem speziellen Gefühl, dramatisch zu sein. Verwendung finden dabei klassische, treibende Heavy-Metal/Rock-Elemente, schwer donnernder Stoner Metal, drückender, manchmal epischer Doom und zur Verfeinerung auch ansatzweise Blues-artige Einschübe und etwas, das man „progressiv” bezeichnen könnte. Was TEETH OF THE HYDRA mit „70er Jahre Black Metal” meinen, läßt sich vielleicht am ehesten bei „Our strange man” finden. Alles andere ist eine gemeinsame Jam-Session von Venom, Black Sabbath und St. Vitus. Und das zieht einem gewaltig den Boden unter den Füßen weg und rollt unerbittlich über dich hinweg. Zum Testen dieser dunklen Mixtur empfehlen sich Hörproben des elfminütigen „The garden of the rotten teeth” und des etwas kürzeren „Nine heads” für die Doom-Fraktion sowie „Sawing through the ice”, der Opener, oder das abschließende „Purgatorium” für die, die es doch schnell und massiv rockend brauchen. „Greenland” ist ein gelungener, trendfreier Arschtritt, den ich so nicht erwartet habe. teeth_of_the_hydra@hotmail.com // www.teethofthehydra.com |