16.01.09
SEPULTURA - A-lex (CD 2009, Steamhammer/SPV) 54 min.Nein - daß ich das noch erleben darf! Ein SEPULTURA-Album in meiner Hütte! Die letzte Scheibe der Brasilianer, die bei mir rotieren durfte, war - Moment - ich glaube „Chaos A.D.”. Vor einer gefühlten Ewigkeit. Und da war der „Abstieg” schon abzusehen. Seit dem - nie wieder SEPULTURA! Bis jetzt, da „A-lex” vor mir liegt. Das Resultat der Begegnung läßt sich so zusammenfassen: Das wird nix mehr mit den Jungs! Das Experiment an sich, den Anthony-Burgess-Roman „A clockwork orange” (den meisten wahrscheinlich eher durch die Kubrick-Verfilmung bekannt) musikalisch zu verarbeiten, mag gelungen sein. Das Destruktive, Gewalttätige und Tragische der Hauptfigur wird mit einem Mix aus Hardcore, (Neo-)Thrash-Versatzstücken, Metalcore- und progressiven Elementen glaubhaft in Szene gesetzt. Das ist aber auch wirklich alles, und im Endeffekt zu wenig. Das Album krankt einfach daran, daß es an Songs fehlt. Klar, „A-lex” hat insgesamt achtzehn Tracks. Aber keiner davon hat irgend etwas Griffiges, an das man sich nach kurzer Zeit noch erinnern würde. Und schon gar nichts, was man unbedingt mit SEPULTURA in Verbindung bringen würde. Die Songs könnten auch von zig anderen Bands stammen - austauschbar, standardisiert, gesichtslos. Durch den Produktionsprozeß (die Songs sind faktisch Ausschnitte von Jam-Sessions dreier Monate) wirkt alles, bis auf die streckenweise brachiale Härte, zusammengestückelt. Eines der Stücke aus dem Album herauszunehmen, würde aber auch nicht helfen, weil dann doch wieder der Zusammenhang fehlt. Man muß also das ganze Album hören. Das hab ich einmal getan. Kommt nicht wieder vor. Versprochen! Wer den alten SEPULTURA nachtrauert, sollte vielleicht doch lieber zu Cavalera Conspiracy greifen. www.sepultura.uol.com.br |