HUMAN ERROR - Life sentence (CD 2006, EBM Records) 27 min.Eine sehr feine Crust/Punk-Scheibe liefern die Ungarn HUMAN ERROR hier ab. Vom ersten bis zum letzten der siebzehn Songs wüten Gabor, Csiga, Dr. Slayer und Dae unbarmherzig drauflos. Manchmal sind HUMAN ERROR richtig eingängig mit Groove und prügelnden Riffs. Dann wieder bricht die absolute Hektik los. Glücklicherweise aber hat die Band alles soweit im Griff, daß der Kram nicht im Chaos endet. Man hört praktisch, wie der Moshpit abgeht. Auch wenn man die teils in der Muttersprache vorgekotzten Texte nicht unbedingt versteht, kann man spüren, daß HUMAN ERROR ihre ganze Wut und Frustration über Politik und das eigene Leben herausschreit. Was dann noch an englischen Lyrics rüberkommt („Concentration army”, „Fuck the police!”) muß nicht kommentiert werden. Der Sound von „Life sentence” ist für eine Quasi-Eigenproduktion dieser Stilrichtung schon hervorragend zu nennen. So hört man zum einen eine starke Rhythmus-Abteilung mit einem wummernden Bass und einem klaren, aber nicht zu vordergründigen Schlagzeug. Das Drumming und die abwechslungsreiche Arbeit des Sechssaiters sorgen für eine gewaltige Durchschlagskraft. Die eingestreuten Abschnitte mit reduziertem Tempo („Hateful point”, „Fuck the police” ) sorgen, ebenso wie die spärlichen Samples, für die nötige Auflockerung der angespannten Atmosphäre. Diese Parts sind aber nicht minder aggressiv. Und hier und da lassen HUMAN ERROR auch mal ein kürzeres oder längeres Gitarren-Solo hören. „Life sentence” ist mit das Beste, was ich in letzter Zeit aus diesem Sektor gehört habe. Und mir gefallen besonders die Punk-Songs wie „Amerikai alom”, „Semmi nem szamit” oder „Keszülni a legrosszabbra!”. Das Album besteht aus sieben ganz neuen Stücken und zehn alten Tracks, die nochmal frisch eingespielt wurden. Eine Vinyl-Version von „Life sentence” gibt’s bei Profane Existence Records. Zoltan Legeny, Kiraly U.14, 1061 Budapest (Hungary) // disbeatrawpunk@freemail.hu // www.humanerror.hu |