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HROMOVLAD - Ohna hlad, vody chlad (CD 2007, Ketzer Records) 45 min.
Seit Ende 2003 ziehen HROMOVLAD ihren Sound nun schon durch, und lassen jetzt den Nachfolger von „Vládca lesov, skalných stien” auf die Menschheit los. Ziemlich genau zwei Jahre haben die Slowaken dafür gebraucht. Aber es hat sich gelohnt, keinen Schnellschuß abzufeuern. Der Label-Wechsel wird sich auch positiv auswirken, denke ich. Denn Ketzer haben mit Sicherheit eine größere Reichweite. Das alles würde natürlich nichts helfen, wenn die Musik für’n Arsch wäre. Aber HROMOVLAD hatten mich schon mit ihrem Debüt überzeugt. Und „Ohna hlad, vody chlad (Hunger des Feuers, Kälte des Wassers)” schlägt auch wieder heftig zu. Zwar ist die extreme Frostigkeit des ersten Werks nicht mehr vorhanden, dafür hat sich die Band in einem neuen Studio einen passenderen Sound für ihre elf Songs besorgt. Passend deswegen, weil HROMOVLAD nun ganz entschieden als Pagan Black Metal einzuordnen sind. Da das SchwarzMetall nur mehr eine Hälfte des musikalischen Gewichts ausmacht, im Gegensatz zum Vorgänger, braucht es einen ausgiebigeren Klang. Dieser bringt auch die vermehrten Folk-Parts hervorragend zur Geltung. Höhepunkt diesen Gebräus ist dann zweifelsohne auch der Rausschmeißer „Bolo i nebolo”, der auf Melodien einer einheimischen Volkssagen-Trickfilm-Serie namens „Pásli ovce valasi” basiert. Das mutet schräg an, ist es aber ganz und gar nicht. Mag sein, daß dieser Song mit seiner erhabenen Fröhlichkeit musikalisch nicht zu den vorangegangenen paßt. Aber es zeigt, daß HROMOVLAD vollkommen in der Tradition aufgehen, mit aller Konsequenz. Ebenso unerschütterlich geht der slowakische Vierer beim Songwriting der ersten zehn Lieder vor. Und selbstverständlich regiert hierbei das Grimmige, der harsche Stolz und die Überlegenheit, die aus rasanten Riffs, epischen Rhythmen und hart galoppierenden Drums spricht. Wieder einmal zeigt sich auch, daß slawische Sprachen, solange sie Natur, Heimat und Gefühl ausdrücken, sehr gut zum Metal passen. Apropos Gefühl... duselig werden HROMOVLAD hierbei nicht. Pagan und Folk, mit all ihren epischen und atmosphärischen Elementen, werden so eingewoben, daß ein majestätisches Bild entsteht. Wobei die dann stärker melodischen Gitarren noch von Flöten, Pfeifen und Maultrommel begleitet werden. Gut sind Wechsel eingearbeitet, noch besser ist die Gruppe aber, wenn sich Black, Pagan und Folk überlagern und einfach fließen - brutal, hymnisch und eingängig vom ersten bis zum letzten Takt. Zum Testen geeignet sind „Brieždenie (Dawning)”, „Zabudnutý sen (Forgotten dream)” und ganz klar der Titeltrack.
horde@hromovlad.com // www.hromovlad.com


HROMOVLAD - Vládca lesov, skalných stien (CD 2005, Long Ago Records) 43 min.
Was auch immer der Titel des Albums bedeuten mag, es kann nur etwas mit Natur zu tun haben. Die slowakische Truppe um den Immortal-Hammer-Kopf Beelphegor macht einen auf Pagan-angehauchten Black Metal. Das allerdings so gut, daß ich gar nicht anders kann, als zu sagen, daß HROMOVLAD ein hervorragendes Werk abliefern. Die Ohren werden hier weder mit mittelschnellem Gerödel noch mit übertriebenem Pathos vergewaltigt. Bei „Vládca lesov, skalných stien” wird auf Abwechslung gesetzt. Diese spielt sich zwar zumeist im Uptempo ab, aber HROMOVLAD setzen geschickt wechselnde Tempi und Breaks, auch mit akustischen Gitarren, ein. In den geeigneten Momenten wird die Raserei gedrosselt und auch mal ein folkiges Instrument ins Spiel gebracht. Und dann wieder brettert das schwarze Kommando unbarmherzig voran und läßt den Bang-Faktor bis zum Anschlag anwachsen. Perfekt dazu paßt, daß der Sound zwar recht transparent ist, aber der Räudigkeit der zehn Songs keinen Abbruch tut. Die Lyrics werden komplett in der Muttersprache vorgetragen und verstärken den Pagan-Charakter und den harschen Eindruck des Black Metals. HROMOVLAD kann man als durchaus typisch für die ost-/südosteuropäische Szene einstufen. Man muß der dreiköpfigen Truppe aber auch zugestehen, einen ziemlich eigenen Weg beim Aufbau der Tracks und dem Einsatz der verschiedenen Stilmittel wie klare Vocals, Chöre, Folk-Parts und stampfenden Rhythmen gefunden zu haben. Und - es gibt keine Keyboards. Alles, was es auf diesem Album an Atmosphäre und Stimmungen gibt, wird mit dem „normalen” Metal-Instrumentarium erzeugt. Technisch gibt’s bei HROMOVLAD auch nichts auszusetzen, und so ist „Vládca lesov, skalných stien” ein Album, daß sich hören lassen kann.