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HORRICANE - The lynch-lawyers (CD 2005, Black Mark) 50 min.
Death-lastiger Dark Metal aus Estland - das hat doch mal was. Dachte ich mir. Ist aber nicht ganz so gekommen. Zu wenig Death Metal, zu viel Synthetik und Horror verarbeiten HORRICANE auf ihrem ersten Longplayer. Man merkt den Machern von „The lynch-lawyers” die Nähe zu Finnland an. Ich weiß ja nicht, ob die sechs Kerle sich und die von ihnen verbrochenen Kompositionen absolut ernst nehmen. Die Photos im Booklet folgen jedenfalls Rammstein-ähnlichen Intentionen und sollen bösartig wirken, kommen aber teils nur lächerlich theatralisch rüber. Das gleiche gilt für die acht Lieder, das Intro und die „Psycho”-Thema-Adaption zum Schluß. Atmosphäre schaffen HORRICANE ganz zweifellos. Warum das aber zum Beispiel mit Polizei-Sirenen-Samples sein muß, weiß ich nicht. Zudem sind manche Synthie-Passagen so aufgesetzt, daß es weh tut. Der zelebrierte Death Metal ist sehr modern ausgelegt, mit massig Breaks, schnell wechselnden Tempi, tiefen, sauberen Vocals und manchmal sehr vertrackten Rhythmen („The lynch-lawyers’ death squad”). Der Bass ist sehr dominant, mit der Zeit etwas zu arg. Die Drums klingen im Zusammenspiel mit den Keyboards stellenweise steril. Bei „One hundred shots” ist das kalte Trommel-Gehämmer zudem vollkommen übertrieben in den Vordergrund gestellt. Ganz extrem zeigt sich die nur scheinbar funktionierende Verbindung der Stile im vorletzten Track „Nitro boost turmoil”. Irgendwie laufen alle Elemente nebeneinander her, kommen aber nie richtig zusammen, wie gewollt und nicht gekonnt. Technisch sauber ist alles intoniert, ohne Frage. Ich persönlich mag aber diese Klitterung von Todesstahl, künstlichen Sounds und theatralischem Horror überhaupt nicht. Wem dieses Zeux aber reinläuft, der macht mit HORRICANE’s Debütalbum einen Volltreffer.
Risto Mõtus, P.O.Box 4237, 10510 Tallinn (Estonia) // horricane@horricane.com // www.horricane.com