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HOLY DEATH - Knight, Death and the Devil (CD 2004, Equilibrium of Noise/Luciforus Art Prod.?) (17 min. Promo)
Haben die Kerle irgendwas geschluckt, bevor sie das neue Album aufgenommen haben? „Knight, Death and the Devil” ist das dritte Album der Polen, mir liegt hier eine 4-Track-Promo vor, eine simple CD-r, die Songs ohne Endmix und Mastering. Was soll ich sagen, Leute? Die neuen HOLY DEATH rocken die Hölle! Und ich höre keinen beschissenen Synthesizer. Wenn das auf dem gesamten Album dann auch so ist, kann ich den Jungs nur gratulieren. So stell’ ich mir unter anderem Black Metal vor. Da gibt’s kein Gesäusel, kein Dahinplätschern. Die Soli der Akustik-Gitarre bei „Fallen angel” klingen vielleicht etwas sphärisch, aber der Rest des Songs macht das wieder wett. Ansonsten bleibt nichts zu meckern. „Whispers of the soul” (Teil der vorab zu erscheinenden, gleichnamigen EP) holt sich die Brutalität aus treibenden, stampfenden Midtempo-Parts. „Fallen angel” steigert die Geschwindigkeit etwas, bricht aber noch nicht aus. Das folgende „Standing under cross” legt noch einen Zahn zu, grollt tiefschwarz aus den Boxen, der Gesang pendelt zwischen haßerfüllt und verzweifelt. Und zum Ende hin gibt’s einen coolen Mosh-Part. Letzter Song der Promo ist „Call from grave”. Der walzt sich wieder im gedrosselten Tempo durch vier Minuten Black Metal. Stur und verächtlich wird das Ziel ins Visier genommen, und das heißt Vernichtung. Das Album soll Anfang November erscheinen; ob das dann in Eigenproduktion oder mit einem größeren Label geschieht, ist noch nicht entschieden. Wird aber mit Sicherheit interessant, wie das Endergebnis aussieht.
Holy Death: P.O.Box 399, 30-960 Krakow 1 (Poland) // holydeath@wp.pl
Equilibrium of Noise/Luciforus Art Prod.: c/o Leszek Wojnicz-Sianozecki, ul. Stradomska 12/14 m. 16a, 31-058 Krakow (Poland)


HOLY DEATH - Forever burning ashes (CD 2001, Equilibrium of Noise/Luciforus Art Prod.) 66 min.
Bei HOLY DEATH haben wir es wieder mit einer polnischen Truppe zu tun, die auf eine bewegte Historie zurückblickt. Gegründet (im Jahre des Bastards) 1989, gab es einige Line-up-Wechsel, so daß der Sänger mittlerweile das letzte verbliebene Ur-Mitglied ist. In der Zeit wurden drei Demos veröffentlicht, das Debüt-Album „Triumph of evil” datiert von ‘96 und das „Forever burning ashes”-Material hier ist das zweite Album. Und was erwartet uns bei HOLY DEATH, wenn ich noch dazusage, daß sich die Jungs mit Corpsepaint präsentieren, Pseudonyme tragen und die CD genau genommen 66:06 Minuten zieht? Richtig, Black Metal! Erwartet hatte ich ja eine handfeste, urige Version SchwarzMetalls, wenn die nun schon seit Ende der Achtziger dem Satan huldigen. Aber spätestens bei den Booklet-Fotos und dem Keyboard im Line-up war mir klar, was kommt. Melodischer, atmosphärischer, leicht bombastischer Black Metal. Meine Sache ist das gar nicht, aber wenn’s gut gemacht ist... HOLY DEATH machen’s auch eigentlich recht ordentlich. Die Songs sind nicht langweilig, zwischen mittlerer Geschwindigkeit und rasenden Abschnitten wird das Spektrum abgedeckt. Das Songwriting ist nicht stumpf oder einfallslos. Technisch gibt’s auch nichts zu maulen. Was mir fehlt ist der Punkt, der mal so richtig auf die Zwölf haut und das schwarze Blut spritzen läßt. Diese beschissen langen Intros (bei „Broken seals” sind’s gar knapp drei Minuten) reißen die Songs noch zusätzlich auseinander und verhindern eine Einheit. Daß die ganze Chose auch ohne wesentliche Keyboard-Parts bestens funktioniert, zeigt die Demo-Version des „Awakening”-Songs. Ist zwar etwas holprig, aber tiefschwarz, düster und verdammt old-school. Da werkeln nur Gitarre, Bass und Stimme (und Drum-Maschine vermutlich) und das reicht. Das gleiche gilt in ähnlicher Weise auch für „Lord of destruction”, bei dem der eletronische Scheiß so gut wie keine Rolle spielt. Laßt den Synthie weg, es geht doch ohne! Unter den 13 Titeln auf „Forever burning ashes” befinden sich drei instrumentale Demo-Aufnahmen von 1994, die drei Jahre später erschiene „Evil” EP (mit mittelmäßigem Cover von Mayhem’s „Freezing moon”), die eigentlichen fünf Songs des Albums plus besserem Motörhead-Cover („Killed by death”) und der erwähnte, coole Demo-Song. Bevor ich’s vergesse: Mir ist es ja normalerweise scheißegal, wie einer aussieht oder sich nennt. Aber Folks, als Gitarrist einer Black-Metal-Band möchte ich beileibe nicht „Neat”(!) heißen. Wirklich nicht!