08.09.08
HOLY MOSES - Agony of death (CD 2008, Wacken Records) 70 min.Über HOLY MOSES muß man keine großen Worte verlieren. Seit zig Jahren hält die Truppe um Fronterin Sabina Classen die Fahne des Thrash Metal hoch und bringt mehr oder weniger konstant Alben heraus. „Agony of death” ist die zwölfte Full-Length nach drei Jahren Stille und zeigt den Möchtegern- und Neumodisch-Thrasher, wo der Oldschool-Hammer hängt. Natürlich haben auch HOLY MOSES den Lauf der Zeit nicht anhalten können. Trotzdem klingt die Scheibe zu keiner Zeit wie eine Anbiederung an Kiddie-Metal. Von Thrash Metal erwarte ich halt scharfe Aggression von allen Instrumenten und am Mikro das tobende Organ eines Höllenhundes, alles voller Energie, mit melodischer Schlagseite und hohem Tempo rausgehauen. Und das garatieren HOLY MOSES auch mit ihrem aktuellen Werk. Selbst, wenn es wie mit „Pseudohalluzination” mal etwas komplexer wird. Songs wie „World in Darkness”, „Bloodbound of the damned” oder „The cave (Paramnesia)” sind einfach nur - geil! Wie alle anderen Tracks auch. Nun ja, traurig ist auf jeden Fall, daß „Sabina Classen ... seit 1981 die Galleonsfigur der Trash-Metaller von HOLY MOSES” ist. Wenn nicht mal auf der Webseite von Urgesteinen der Szene das entscheidende Wort richtig geschrieben wird, braucht man sich nicht wundern, daß Horden von Nachwuchsbands und Pressefritzen seit Jahren diesen Fehler gnadenlos kultivieren. Oder haben HOLY MOSES seit fast dreißig Jahren Müll produziert? Das will doch keiner ernsthaft behaupten... Ansonsten sei noch darauf hingewiesen, daß es „Agony of death” in drei Versionen geben wird - als normales Jewelcase, als DigiPak mit Bonus-Tracks und als limitiertes Doppel-Vinyl, ebenfalls mit Bonus. Angesichts der Tatsache, daß das Digipak und das Vinyl mit verschiedensten Intros und Outros bestückt ist, die die Tracks zwar inhaltlich zusammenhalten, durch ihre ruhige, atmosphärische Art auf Synth-Basis musikalisch aber den Fluß des Album ständig zerbröckeln lassen, ist für Puristen das Jewelcase, das ohne großes Drumherum auf die Trommelfele auftrifft, vielleicht die bessere Wahl. Oder man greift gleich zum Vinyl, wenn schon - denn schon. Andererseits sind die zwei zusätzlichen Tracks („Delusional denial”, „Through shatered minds/Agony of death”) natürlich ein nicht unerheblicher Faktor, der auch für das Digipak spricht. So oder so ist es eine ziemliche Zwickmühle, die HOLY MOSES ihren Fans da bauen. Aber wie auch immer man sich entscheidet - „Agony of death” gehört in jeden Thrasher-Haushalt! www.holymoses.de |