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HIRAX - Assassins of war (MCD 2007, Selfmade God Records) 21 min.
HIRAX hatten bei mir bis dato zwar einen Namen, aber kein Gesicht, musikalisch gesehen. Ob ich den Thrash-Veteranen aus Ju-Es-Eh damit Unrecht getan habe, wird sich in den nächsten Minuten zeigen. Drei Jahre nach der letzten Vollzeit-Rille „The new age of terror” bringen HIRAX erstmal einen Fünf-Tracker zu Gehör. Schreihals Katon DePena und seine Mannen wollen wohl erstmal das Gelände checken, bevor wieder mit ‘nem Album zugeschlagen wird. Die Sorge ist aber ziemlich unbegründet. Die Fans der ersten Stunden von Prügel-Metall werden „Assassins of war” dankbar annehmen und den jüngeren Semestern kann man via „Lucifer’s inferno” und dem Titeltrack zeigen, was Thrash&Speed Metal in den 80ern war. Sehr markant im Sound von HIRAX ist der Gesang des Schwarzen Teufels DePena. Hohe, nicht zu spitze Schreie und rauhes Brüllen kennzeichnen alle Tracks. Leichte Power-Metal-Tendenzen mit epischer Note sind nicht abzustreiten. Glücklicherweise klingt das hier nicht so so penetrant und nervig wie bei anderen Bands. Die Gratwanderung wird glänzend gemeistert. Ebenso unbestritten fit ist die instrumentale Abteilung von HIRAX. Hervorragend die Drums (Fabricio Ravelli) in „Summon the death dealers” und „Lucifer’s inferno”. Einfach und effektiv sind die trockenen Riffs im Titelsong und bei „City of the dead”. Dazwischen werfen Glenn Rogers und Lance Harrison immer wieder mal ein knalliges, griffiges Lead und so manches energisches Solo. Überhaupt, Energie ist das Wichtigste bei HIRAX. Wo moderne Bands auf Effekte und vordergründige Brutalität setzen, sind HIRAX geradlinig aggressiv und zweimal frischer als all die Möchtegern-, Cyber- und Neo-Thrasher. Selbst einem fast siebenminütigen „Summon the death dealers” kann man Attraktivität und durchschlagenden Erfolg nicht absprechen. Nur dem unentschlossen schleichenden „Invasion” vermag ich nicht zu folgen. In einer gekürzten und instrumentalen Version würde es als Zwischenspiel vor dem Rausschmeißer noch durchgehen. Als eigenständiger Song ist „Invasion” zu schwach. Aber egal. HIRAX haben wieder mal ‘ne Marke gesetzt und lassen Oldschooler auf ein neues Album hoffen.
P.O.Box 1474, Cypress, CA 90630 (USA) // www.hirax.org