23.08.08



zu den Reviews H

zur Startseite




HEXEN - State of insurgency (CD 2008, Old School Metal Records) 56 min.
HEXEN hexen. Ganz mächtig. Und zwar mit ihren Saiten. Ja, hier sind richtige Flitzefinger am Werk. Gegründet im Jahre 2003, hat die kalifornische Kapelle ziemlich fix eine paar eigenproduzierte Scheiben - Demos, EP’s, wie auch immer man das nennen mag, auch ein Album ist dabei - auf die Beine gestellt. Jetzt stehen sie mit ihrem Label-Debüt in der Warteschlange und bitten um Einlaß. Ob sie reinkommen dürfen, hängt davon ab, wer hinter der Tür sitzt. Sollte es kein Oldschooler sein, haben HEXEN schon mal gar keine Chance. Denn das Dutzend Songs von „State of insurgency” ist derartig tief im „alten” (sollte ich besser sagen „klassischen”) Metal, besonders Thrash, verwurzelt, daß man kaum glauben mag, es hier mit einer neuen Band zu tun zu haben. Weiter geht’s durch das Sieb. Darf’s eine große Kelle Power Metal sein? Ja? Dann sei euch das Album empfohlen. Wenn nicht, dann vergeßt HEXEN. Steht ihr auf Solos und Leads mit pathetischer Melodik? Gerne auch als Doppellauf? Da hat hier eigentlich jeder Song was zu bieten. Das Quartett überschlägt sich fast mit der Darbietung kunstvollen Gezupfes, wenn auch Härte und Griffigkeit meistens die Oberhand behalten. Wie wär’s denn mit Latin-Gitarren als Lied-Intro oder in Instrumental-Tracks? Etwas Crossover á la S.O.D.? Sollte dem Thrash-Fanatiker das alles doch etwas zu viel des Gemenges sein, kann ich das verstehen. Mir geht’s ähnlich. Der Gegensatz von technischer Klasse, die schon Dimensionen diplomierter Virtuosität hat, und der ansonsten deutlich herausgestellten, rauhen Underground-Attitüde verhindert, daß ich HEXEN so richtig ins Herz schließen kann. Außerdem empfinde ich „State of insurgency” als einfach zu lang. Zwar ist das Album nach eigenem Bekunden eine „Zusammenstellung ihrer besten Tracks”, aber ich werd’ das Gefühl nicht los, daß HEXEN hier auf Teufel-komm-raus Masse abliefern wollen. Das Ergebnis ist spaltfähiges Material, denn ich bin her- und manchmal auch hingerissen. Einerseits lassen mich die harten, schnellen Prügel-Attacken niederknien. Andererseits geht mir das hochgestochene Melodik-Gewichse schnell auf die Nüsse.
www.myspace.com/hexen