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Interview mit HELRUNAR (Januar 2006, deutsch)


HELRUNAR - Frostnacht (CD 2005, Lupus Lounge) 52 min.
Fast wie aus dem Nebel des Nichts tauchen HELRUNAR auf und fügen dem heimischen Black-Metal-Geschehen eine neue, starke Komponente hinzu. Zwar hatte der Dreierpack um Sänger Skald Draugir in 2003 bereits ein wohl vielbeachtetes Demo (oder Album?) „Gratr” und kurz vor „Frostnacht” eine Split mit Nachtmahr veröffentlicht. So richtig ausbreiten wird sich der HELRUNAR-Virus wohl erst mit dieser Scheibe. Daß das nahezu aus dem Stand heraus unter der Obhut eines Label geschieht, spricht in diesem Fall unzweifelhaft für die Musik der Band, was ja wirklich nicht immer so ist. HELRUNAR ergehen sich in einer düsteren und sehr gefühlsbetonten Darbietung von heidnischem Black Metal. Trotzdem ist der Großteil der zehn Lieder mitnichten seicht. Was man zu sagen hat, wird in einer Atmosphäre von Eiseskälte, mit hartem Riffing und Getrommel transportiert. Blastparts sind ebenso kein Problem wie stures, monotones Midtempo. Dazu sind von der Gitarre selbstverständlich einige Akustik-Parts zu hören. Alles ist zudem absolut sauber gespielt. Abwechslungsreicher Gesang mit tieferem Keifen, bösartigem Gebrüll und erhabenen Passagen tut hier sein Übriges. Überzeugende Breaks und manch überraschende Tempowechsel, Solo-Einlagen und treibende Leads zeugen von einem durchdachten Songwriting, das sich immerhin zwei Jahre hingezogen hat. „Frostnacht” ist somit kein Schnellschuß, der irgendeinen Außenstehenden befriedigen soll, sondern Darstellung eines individuellen Weges. Eine nahezu perfekte Zusammenführung von Heathen und Black Metal. Denn ob eine akustische Ballade wie „Neun Nächte” nicht einen zu großen Bruch verursacht, müssen sich HELRUNAR und der geneigte Hörer selber beantworten. Mir sagt’s nicht zu. Alles in allem kann das Album bis zu besagtem Track restlos überzeugen. Danach verliert „Frostnacht” etwas an Feuer und Kraft, was sich aber nur auf „Älter als das Kreuz” und „Mimis brunnr (Gratr önnor)” bezieht. Denn „Dreifach Dorn” ist ein wahrer Brecher vor den dunklen Ahnen und mit meinem Favoriten „Unten und im Norden” als Anspieltipps sehr zu empfehlen.
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