HELLIAS - Closed in the fate coffin (CD 2004, Luciforus Art Prod.) 57 min.Es hat wahrlich einige Zeit gedauert, bevor ich mich mit dem Material hier anfreunden konnte. Bislang waren mir HELLIAS jedenfalls unbekannt, aber angeblich sollen sie eine Legende des polnischen Old School Thrash Metal der späten Achtziger/frühen Neunziger sein. Nun gut, wie gesagt hab ich mir etwas schwer getan mit der ganzen Sache, aber das muß ja nix heißen. Auf der vorliegenden Scheibe wurden die ersten zwei Veröffentlichungen der Polen zusammengefaßt und remastert. Die ersten 11 Tracks gehören zur gleichnamigen LP von 1991, und als Bonus gibt’s dann die sieben Titel der 88er Demo-EP „Noc potepienia (Night of the damned)”. Nicht zu vergessen ist der sechs-minütige Live-Video-Clip von „The pray II”. Zu hören gibt’s also eine Stunde - Thrash Metal aus der „guten, alten Zeit”. Besonders die zweite Hälfte der CD, also der „Noc potepienia”-Kram, gibt das Gefühl einer Zeitreise. Obwohl aufgearbeitet, ist der Sound erfreulich authentisch. Ungehobelt und lebendig. Das gleiche gilt auch für das „Closed in the fate coffin”-Material. Aber man merkt halt doch, daß da schon drei Jahre dazwischenliegen. HELLIAS spielen einen Thrash Metal, der verdammt abwechslungsreich ist. Langeweile kommt hier keine auf. Zugegeben, manche ruhige Passage ist etwas lang geraten, aber ansonsten geht’s hier heftigst zur Sache. Dabei lassen sich noch keine Ansätze von Death Metal erkennen. HELLIAS sind im Gegenteil eher noch im Heavy Metal/HardRock verwurzelt. Tempomäßig ist alles vorhanden, von Midtempo-Tracks wie „The pray I” bis zu Prügel-Orgien („Queen of death”, „Noc potepienia”). Das Keyboard spielt auch eine gewisse Rolle („Sentence of...”), ist aber relativ gut eingebaut und versucht nicht, eine verfickte Führung zu übernehmen. Von den Demo-Songs wurden für die nachfolgende LP vier Titel, wenn ich richtig hingehört habe, wiederverarbeitet und mit englischen Texten und Namen versehen. Das wären dann „The pray I”, „Mind deformity”, „Beat of flame” und „Dark exile”. Die polnischen Originale spar’ ich mir an der Stelle mal. Bleibt mir also nur noch zu sagen, daß „Closed in the fate coffin” für all jene etwas sein könnte, die auf puren, urwüchsigen Thrash Metal abgehen. Und wer mehr braucht, könnte vielleicht auch noch das Re-Release der dritten HELLIAS-Scheibe „Blind destiny” von 1993 anchecken. Das vorliegende, auf 500 Stück limitierte, Teil kostet 10€ (all incl.) und ist zu haben bei: P.O.Box 399, 30-960 Krakow 1 (Poland) // holydeath@wp.pl // www.hellias.pl |