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HEGEMON - Contemptus mundi (CD 2008, Season Of Mist) 43 min.
Um es kurz zu machen: HEGEMON spielen auf ihrem dritten Album sauberen, aber auch unspektakulären, mittelschnellen, melodischen Black Metal. „Contemptus mundi” ist mit seinen acht Songs nicht mehr als Durchschnitt. Das Teil regt nicht auf, bringt nichts Neues, und kann nur in ein paar Passagen wirkliche Aufmerksamkeit erregen. Das wirft die Frage auf, warum die Franzmänner dafür sechs Jahre in der Versenkung verschwunden waren. Vielleicht mußten sie ja ihr Image polieren, was ja so fürchterlich evil ist. Immerhin weiß ja angeblich keiner, wer sich hinter den Pseudonymen N, A, F und Krzys verbirgt. Laufen die denn den ganzen Tag mit Corpsepaint durch die Botanik? Naja, ehrlich gesagt tangiert mich das auch nur peripher. Wen interessiert schon, wer die Mucke geschrieben hat oder wer die Instrumente bedient, wenn derartige Wühltischware wie „Contemptus mundi” dabei herauskommt. Vielleicht machen HEGEMON gerade deswegen so ein lächerliches Schmierentheater um ihre Identität. Um sich die Schmach zu ersparen. Ich bin jedenfalls der Meinung, daß man von einer Band, die seit rund zwölf Jahren in unverändertem Line-up zusammenarbeitet, weit mehr erwarten könnte. Um eine „Faust im Gesicht der Konformität” zu sein, wie es die Info behauptet, muß man auch musikalisch etwas Außergewöhnliches schaffen. Da reicht es nicht, sein eigenes Gesicht im Gegenlicht zu verbergen. Außer vielleicht zu einem Deal bei Season Of Mist... Um nochmal zur Musik zurückzukommen: Es ist ja nicht so, daß HEGEMON gar nichts zu bieten haben. So schafft es das Quartett zumindest, ihr Material mit Abwechslung und Eingängigkeit auszustatten. Kurze akustische Abschnitte, oder solche mit ungewöhnlichen Instrumenten (vom Band), sowie folkig angehauchte Breaks lockern die Tracks etwas auf. Auf das gesamte Album gerechnet ist es aber auch schon zu viel des Guten, weil keiner der Songs mal komplett von vorne bis hinten durchschreddert. Die Tempowechsel sitzen gut. Manches Lead sticht aus dem sägendem Einerlei etwas heraus und läßt den Gitarristen in besserem Licht erscheinen. Allerdings muß er auch die Hauptlast des wenig Guten, das zu erkennen ist, tragen. Die Drums können nur in den Doublebass-Passagen überzeugen, sind ansonsten eher steril. Den Bass hört man selten deutlich, und der teils zum Death Metal tendierende Gesang birgt auch nichts in sich, was die Band zu einer herausragenden machen würde. Der Sound ist modern und straff. Wer alles haben muß, soll sich halt auch HEGEMON greifen. Wer höhere Erwartungen hat, läßt die Finger davon.
immisericors@caramail.com // www.hegemon666.net