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HARRIDAN - Death’s sonnet (Tape 2007, Oniric Records) 76 min.
Dämlicher Bandname, also wirklich. Wenn mich mein Englisch nicht täuscht, heißt das „Tussi”. Gut, notfalls kann man’s auch mit „Nervensäge” oder „Giftnudel” übersetzen. Es geht bei „Death’s sonnet” aber nicht um PornGrind oder um ein Fun-Projekt, sondern um Black Metal. Hinter HARRIDAN stecken Lady Lilith und ihr Angetrauter. Die sind gemeinsam auch noch als Beheaded Lamb und die etwas bekannteren Akerbeltz (so heißt nämlich der Typ an ihrer Seite) aktiv. Das Duo hatte im Jahr 2000 zwei Demos namens „Lugubrious necromancer” und „Tales of the unholy” herausgebracht. „Death’s sonnet” vereint nun beide Teile auf einem Tape. Der Black Metal, den HARRIDAN auf die Menschheit loslassen, ist von der besonders rauhen Sorte und fast schon typisch für derlei Projekte im Underground. Ist nicht unbedingt schlecht, was Lilith und Akerbeltz hier in eineinviertel Stunden vom Stapel lassen. Aber richtig dunkle Freude kommt auch nicht gerade auf. Ich würde zwischen nervig und bissig schwanken, wenn ich das Gehörte grob umreißen sollte. Die A-Seite mit „Lugubrious necromancer” hat ‘nen sehr dünnen Klang, geht aber noch für ein Demo in dieser Klasse. Das SchwarzMetall ist leidlich aggressiv, aber immer ziemlich schnell. Alle sechs Songs haben einen irgendwie Trance-artigen Unterton, der mich eher zur Kategorie „Nervensäge” für diesen Abschnitt tendieren läßt. Außerdem ziehen die deutlich weiblichen Vocals und die streckenweise auftauchenden Timing-Probleme an den Drums (ebenfalls Lilith) „Lugubrious necromancer” noch etwas mehr runter. Obwohl der Sound des B-seitigen „Tales of the unholy”-Demos noch ‘nen Schlag schlechter ist, sind die sechs Track insgesamt besser. HARRIDAN fahren hier ein schnelleres und häßlicheres Brett. Soweit man das hören kann, sind die Gitarren abwechslungsreicher und die Drums deutlich sauberer gespielt. Die Vocals sind richtig giftig und durchdringend kalt. Nur wenn Lilith zu beschwörend herumschreit, wird’s wieder ärgerlich. Das gleiche gilt für die selten eingesetzten Samples, die Wind oder ähnliches darstellen sollen. Das sollten die beiden besser bleiben lassen. Insgesamt muß man für HARRIDAN ein hartgesottener Fan minimalistischen Black Metals aus dem Underground sein, sonst wird das ein unschönes Aufeinandertreffen.