HAEMORRHAGE - Haematology (The singles collection 1995 - 2005) (CD 2007, Power It Up) 72 min.Im letzten Jahr hatten die spanischen Blutwürger ihr fünftes Album („Apology for pathology”) veröffentlicht. Und wie der Name schon sagt, ist „Haematology” keine neue Studio-Scheiblette, sondern eine Zusammenstellung der EP’s aus der genannten Dekade. Das sind dann insgesamt 34 Songs aus zehn Jahren GoreGrind. Die elf Euro für weit über eine Stunde blutigsten Gerödels kann man durchaus investieren, wenn man sich als Fan dieser ganz speziellen „Musik” bezeichnet, aber trotzdem Nicht-Vinylist ist. Zumal HAEMORRHAGE nicht einfach nur die Tracks aneinandergereiht haben, sondern auch kleine Appetithäppchen untergemischt haben. Noch mehr Fleischzulage, sozusagen. Zuerst mal ist das Booklet sehr ausführlich. Jedes Release hat ‘ne eigene Seite mit Coverbild, Tracklist, Datierungen, meistens auch noch zeitlich passende Bandphotos und immer mit liner notes von Luisma. So erfährt man einiges über das Zustandekommen der einzelnen EP’s und so manche kleine Story. Zweitens gibt’s einen Bonus-Track („I’m a pathologist”), den es zwar schon auf dem „Anatomical inferno”-Album gab, der hier aber für eine Split-EP nochmals eingespielt, dann allerdings nicht veröffentlicht wurde. Der dickste Pluspunkt, der „Haematology” spätestens jetzt zweifellos auch für Sammler interessant macht, ist aber das Vorhandensein der drei Tracks, die 2002 für eine Split mit WTN vorgesehen waren. Das Teil ist nie erschienen und die Songs („Mortuary riot”, „Poppyseed cake”(Dead Infection cover), „Post-necrotical slaughter”) waren bislang nur auf den amerikanischen und brasilianischen Versionen von „Morgue sweet home” zu hören. Zur Vervollständigung der Fakten hier noch die anderen EP’s, die auf der CD zu hören sind: als da wären die Splits mit Nunslaughter, Terrorism, Gonkulator, Embolism/Suffocate/Obliterate, Ingrowing, Groinchurn, Denak, Damnable und finally mit Christ Denied, das erste Vinyl der Spanier überhaupt. Seit kurzem gibt’s von HAEMORRHAGE auch die „The kill sessions”-Scheibe (von Emetic Records als CD, LP und Pic-LP) mit zehn Songs, die von den Fans per Voting ausgewählt und in einem Studio live eingespielt wurden. P.O.Box 74, 28700 S.S. de los Reyes (Spain) // haemorgue@hotmail.com // www.haemorrhage.grindgore.net
HAEMORRHAGE - Apology for pathology (CD 2006, Morbid Records) 33 min.Sind diese blutverschmierten Spanier eine Kult-Band? Für die, die ihren Grind/Gore gerne roh, triefend und brutal mögen, mit absoluter Sicherheit. „Apology for pathology” ist nun das fünfte Studio-Album in einer reichlich fünfzehnjährigen Bandgeschichte. Und ganz schön lange mußte die Fanschar nach „Morgue sweet home” warten - immerhin vier Jahre. Jetzt sind HAEMORRHAGE also wieder in die Pötte gekommen und machen den Extremisten endlich wieder ihre Aufwartung. Vierzehn liebliche Lieder für traute Zweisamkeit bietet das Album. Für eine Herzens-Party im engsten Kreise - nur das frische Herz und du. Von dem einst selbst gewählten Pfad, heftigen Grindcore mit derben pathologischen Texten zu verbrechen, sind HAEMORRHAGE auch 2006 keinen Millimeter abgewichen. Wie Besessene rumpeln, dröhnen und grooven sich Luisma, Lugubrious, Ana, Ramon und Rojas durch ihre Songs. Treibendes und tightes Schlagzeug, geradliniges Spiel von Bass und Gitarren (mit ein paar Soli) und dann selbstverständlich tiefe, gurgelnde Gore-Vocals. Was will man mehr. Abwechslung ist den fünf Ibero-Lärmern auch kein Fremdwort. Das Album besteht eben nicht aus bloßer Reihung von hyperschnellen Krachfetzen. Das sind richtige Songs, die verdammt krank daherkommen und schön blutig mit Skalpell und Schere winken. Mal schnell, mal mit etwas weniger Gas, aber immer wuchtig. Klarer Höhepunkt und für mich der geilste des ganzen Album ist der Titel-Song. Zum Schluß, gaanz weit hinten, hört man noch einen (na klar doch) hidden track. Diesmal ist es aber wenigstens mal was ordentliches und kein schrottiges Irgendwas. Da haben sich HAEMORRHAGE wirklich was einfallen lassen. Aber warum zur Hölle immer „hidden”? Um die Freude für Erstauflagen-Besitzer dann noch vollkommen zu machen, enthält „Apology for pathology” noch einen Video-Clip zum Song „Surgical Extravaganza”. Für Gore/Grind/Core-Freaks führt selbstredend kein Weg an diesem neuen Machwerk von HAEMORRHAGE vorbei. Jeglicher Versuch wird mit sofortiger Hirn-Resektion bestraft. |