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Interview mit EDGECRUSHER (Februar 2007, deutsch)


EDGECRUSHER - Forever failure (CD 2006) 41 min.
Die Bodensee-Meute EDGECRUSHER hat ein erstes Album fertiggestellt und ist momentan auf der Suche nach einem Label. Auf der Homepage kann jeder in einen Teil der zehn Songs reinhören. Ich hab die Chance bekommen, das komplette Material zu hören, und war erstmal vom wuchtigen Sound der Scheibe überrascht. Meister Classen im Stage One Studio sei Dank. Das gibt „Forever failure” schon mal einen würdigen Rahmen. Rein musikalisch haben EDGECRUSHER ihren Weg fortgesetzt und bieten einen brachialen Mix aus gutem Thrash Metal und einigen Power-Metal-Elementen. Allerdings werden diese nicht mehr ganz so intensiv eingesetzt. Auch wirkt der Thrash-Metal-Anteil sehr oft moderner. Gut zu beobachten ist das im Vergleich der neuen Tracks mit denen von der Mini „Deeper than hate” aus dem Jahre 2004. Bis auf „Golden purity” bringt der Fünfer diese wieder zu Gehör. Zwar toben sich auch bei den erntefrischen Songs einige Gitarren-Melodien, so manches Lead und Solo im Power Metal aus. Auch der Gesangsstil spielt in die Richtung. Insgesamt aber schwingt bei EDGECRUSHER jetzt eine durchgehende melodische Härte skandinavischen Death Metals mit. Diese ist zwar im Verbund mit den anderen Einflüssen nicht einzigartig, aber EDGECRUSHER machen was draus. Und ein Kopieren kann man ihnen nie und nimmer vorwerfen. Das Material zündet in allen Phasen und läßt eine Düsternis über allem schweben, die der Aggressivität und melodischen Ausrichtung eine besondere Stimmung verleiht. Ach ja, die Stimme! Daran hat Igor zweifellos gearbeitet. Und es hat sich gelohnt. Ob tiefes Growlen oder cleaner Gesang oder Thrash-typische Vocals verwendet werden - alles ist überzeugend, was auf dem letzten Release ja noch nicht der Fall war. Lediglich die pathetischen Chöre („8 hours”, „Frozen eternity”) gehen mir etwas auf den Zeiger. Die hervorragendsten Songs des Albums sind für mich „Darken my spirit” und der Titelsong. Thrash-Fans aller Schulen sollten EDGECRUSHER zwei, drei Ohren leihen. Hoffen wir, daß die Band die Veröffentlichung bald auf die Reihe kriegt.
Igor Panic, Rickenbacher Str. 123a, 88131 Lindau // info@edgecrusher.info // www.edgecrusher.info


EDGECRUSHER - Deeper than hate (MCD 2004) 16 min.
Einen schweren Brocken haben mir die Konstanzer mit „Deeper than hate” hingeworfen. Und noch weiß ich nicht genau, ob’s mir schmeckt. EDGECRUSHER bewegen sich musikalisch in einer Schnittmenge von Thrash Metal alter Schule und Power Metal. Die vier Songs kommen schön heftig rüber. Da ist zu hören, daß die Fünfer-Bande schon einige Erfahrung hat, auch wenn die Truppe selber erst seit Anfang ‘02 besteht. Ein äußerst druckvoller Sound und das verflucht variable Songwriting sind die Hauptvorteile von EDGECRUSHER. Dazu kommen dann noch ein paar Soli, wie etwa im treibenden „No zone”, und fertig ist der Haß-Batzen. Leider ist nicht alles so rosig, wie sich’s im ersten Moment anhört. Besonders beim Titeltrack und dem abschließenden „Golden purity” werden nämlich die Probleme bei Schreihals Igor deutlich. Während die tiefen Vocals ordentlich fett und wirksam sind, wirkt der klare Gesang nicht sicher, stellenweise gar schief. Wenn an der Sache noch gefeilt wird, kann für EDGECRUSHER nichts mehr schiefgehen. Für mich ist es momentan „weder Fisch noch Fleisch”, da ich die Mixtur aus Thrash und Power Metal an sich nicht besonders mag. Aber abwechslungsreiche, intensive Tracks wie der Opener „Dead blood red” gehen mir schon mal ins Ohr. Für ganze 6€ (all incl. in Deutschland) gibt’s das Teil.