BOMBTHREAT - Breeding ground of war (CD 2007) 47 min.Meine Fresse! Draußen ein Wetter, daß der diesjährige „Sommer” schamesrot im Erdboden versinken möchte (wir schreiben Mitte Oktober), und dann kommen BOMBTHREAT mit ihrer ersten Full-Length angerauscht. Und die verdunkelt den Himmel und läßt Donnerschläge prasseln. Sicher, einen kometenhaften Aufstieg wird der ostdeutsche Fünfer mit dieser Platte auch nicht erfahren. Obwohl es ihm nach reichlich zehn Jahren Underground-Wurschtelei zu wünschen wäre. Aber Aufmerksamkeit hat „Breeding ground of war” allemal verdient. Ganze elf Tracks wütenden, knarzigen Death Metals verteilen BOMBTHREAT auf die Dreiviertelstunde Laufzeit. Dazu lassen’s die Gitarristen Malle und Siggi, im Verbund mit Bassist Seppl, ordentlich brutal laufen und geben sich desöfteren auch mal melodischen Leads und Soli hin. Das Schlagzeug von Weiner ist ziemlich ruppig und wirkt durch den leider etwas zerrigen Gesamtsound irgendwie flach. Dagegen können die gurgelnden Growls von Schimmel gut punkten. Den klar besten Track liefern BOMBTHREAT mit „Time doesn’t heal” ab. Und das, obwohl eben jener mit sechseinhalb Minuten der zweitlängste der Scheibe ist. Hier wird alles geboten: abwechslungsreiche Aggression, Uptempo und Groove, coole Breaks und Refrain und Riff, der dem Song etwas Ohrwurmartiges verpaßt. Dem ziemlich nahe kommt auch der Quasi-Titeltrack „Religion (Breeding ground of war)” mit seiner treibenden Gitarren-Arbeit und dem vernehmbaren Bass-Gezupfe. Die anderen Stücke haben nicht ganz diese Überzeugungskraft, speziell die sieben Minuten von „A silent night” sind für meine Begriffe zu verspielt und zu langwierig. Der Rest, wie gesagt, tobt sich im gehobenen Mittelfeld aus und sollte an Bolt Thrower („Glory of war”) oder Dismember („Religion...”) interessierten Todmetallern nicht am Arsch vorbeigehen. Ein Test ist empfehlenswert. Dazu gibt’s unter anderem das bereits erwähnte „Time doesn’t heal” als mp3 auf der Homepage. bombthreat-metal@online.de // www.bombthreat.de |