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BLUTESZORN - Victory of the dead (CD 2007, CCP Records) 42 min.
Es ist schon erstaunlich, was sich manche Band respektive PR-Abteilung bei Labels so einfallen läßt, um Aufmerksamkeit zu erheischen. Bei BLUTESZORN werden mächtige Geschütze aufgefahren. Die Band, bzw. damals 2003 noch das Solo-Projekt, wurde in kalten, finsteren Herbstnächten gegründet, das erste Demo war natürlich limitiert und enthielt eine schwarze Rasierklinge. Wow! Aber gibt’s da draußen wirklich noch jemanden, der sich davon angesprochen fühlt? Das Schlimme, wenn man so will, ist ja nur, daß BLUTESZORN das altbackene Brimborium nicht nötig haben. Läßt man die neun Songs auf sich wirken, mit dem Wissen im Hinterkopf, daß Njord in den Texten mit Leidenschaft eigenes Erleben verarbeitet, stellt man leicht fest, daß hier einer am Werke ist, der sein Herzblut in die Sache einbringt. Klar, einiges ist noch nicht ganz schlüssig. Das Ausfaden einiger Tracks zeugt von Unentschlossenheit. Manche Keyboard-Passage von Mitstreiter Dominus Noctis (außerdem zuständig für Schlagzeug und Bassgitarre) wirkt etwas theatralisch, manchmal gar avantgardistisch („Behind the mirror”). Im Titeltrack taucht plötzlich eine eigenartige Pagan-Stimmung auf, inclusive eines erhabenen Background-Chors, deren Plazierung sich mir, ausgerechnet in diesem Lied, nicht erschließen will. Das leicht deathmetallische „Black winged night” kommt mit einem seltsamen, orientalischen Drumming daher. Klingt das alles nach Verriß? Soll es nicht. Es sind Kleinigkeiten, die das Potenzial der Band glücklichweise nicht verdecken. Denn ansonsten kann man BLUTESZORN ein Black-Metal-Album bescheinigen, das all das hat, was man in diesem Genre erwarten darf. Zumeist dominiert mittelschnelles Riffing. Durch gebremste Abschnitte und brachiale Blast-Ausritte werden gute Kontraste gesetzt. Die Atmosphäre ist zumeist drückend kalt, stellenweise erhaben. Einer gewissen okkulten Stimmung sind BLUTESZORN auch nicht abgeneigt. Besondere Akzente bringt der variantenreiche Gesang. Zum Antesten von „Victory of the dead” eignen sich insbesondere „Life’s true king” und „My hunger for human suffering”. Mein Favorit auf diesem Album ist aber „Blazing torch of tragedy”, das sich mit seiner gesteigerten Widerlichkeit und den teils mystischen Vocals etwas von den anderen Songs abhebt, und eine enorme Wirkung hat. Sollte ich Interesse geweckt haben: auf der Band-Homepage gibt es von jedem Song einen kurzen Ausschnitt zu hören. Ein guter Service, den man durchaus in Anspruch nehmen sollte.
njord@gmx.at // www.bluteszorn.at