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BLU INFINITO - The futility songs (MCD-r 2004, STD) 23 min.
Können Lieder vergeblich sein? (Sicher! Mach das Radio an und du hörst 24 Stunden lang nichts anderes.) Was der gute Davide mit BLU INFINITO fabriziert jedenfalls nicht. Wobei das „futility” wohl auch mehr emotionaler Natur ist, wie auch das Booklet-Design bestätigt. Erwartet hatte ich hier in erster Linie Gothic-Gejammer. Aber damit haben die drei Tracks auf „The futility songs” rein gar nichts zu tun. Melancholischer Death Metal nenn’ ich’s mal. Grob gesagt wechseln sich akustische, klare Passagen ständig mit TodesMetall-Teilen ab. Aber insgesamt betrachtet ist das zu ungenau. Denn die einzelnen Zutaten vermischen sich auch noch. Dazu kommt bei BLU INFINITO noch eine Kelle Black Metal. Mit der Melancholie hab ich’s ja nicht so besonders, aber was die Kerle hier an melodischem Death Metal auffahren, ist schon recht ordentlich. Mir haben es besonders die schnelleren Passagen mit dem Gemisch aus hysterischem Kreischen und abgrundtiefem Grunzen angetan. Die Wechsel zu den ruhigen Momenten sind mit Sicherheit extrem, aber das ist ja auch der Sinn, oder? „Place of forgiveness” und „’cause the rain” lullen den Hörer erstmal mit Geklimper ein, bevor nach etwa einer Minute die scheiß Hölle losbricht und das Wechselspiel beginnt. „Adagio from the moon” geht anders zu Werke, haut dir gleich von Beginn an den großen Knüppel um die Ohren, gibt im Mittelteil etwas ruhigere Töne und langt zum Schluß noch mal kräftig hin. Für mich der stärkste Titel der Mini. „The futility songs” warten mit einem sehr guten Sound auf, kommen mit gedrucktem Layout und sind auf 1000 Stück limitiert. Auf jeden Fall sollten BLU INFINITO genau den eingeschlagenen Weg fortsetzen, vielleicht noch extremer werden. Weil anderenfalls nur das Mittelmaß winkt.
Davide Ciscì, Via Planargia 28, 09045 Quartu S.E., Cagliari (Italia) // surviles@email.it // www.bluinfinito.com