Interview mit BLESSMON (Januar 2008, deutsch)
BLESSMON - Under the storm of hate (CD 2007, Black Tower Productions) 32 min.Verglichen mit der zur selben Zeit und beim gleichen Label erschienenen Valfeanor-Scheibe, ist das BLESSMON-Werk geradezu ein Ausbund an Klasse, ein Donnerschlag höllischer Tonkunst. „Infernal Black Metal” kommt da als Umschreibung ganz gut hin. Schnell, kalt und hart lärmen die neun Songs von BLESSMON durch den Äther und treffen recht zielsicher den Nerv altmodischer Schwarzwurzler. Bei all dem Geknüppel ist es allerdings auch unentbehrlich, dem Hörer hin und wieder mal einen Rettungsring zuzuwerfen. Die österreichische Band, bestehend aus Drummer Hyrzh, Kynslagh (bass, git und voc) und Arghazt (git, bass), hat auch dieses Thema einigermaßen gut im Griff. Mit kurzen Stopps, Breaks und Rhythmuswechseln wird der Haß-Sturm zu einer sehr griffigen halben Stunde. Zwar pendeln BLESSMON fast nur zwischen sehr schnell und etwas weniger schnell, aber es ist eben auch gut gemacht. Außerdem kommen gedrosselte Passagen auch nicht zu kurz. Aber man verzichtet auf Spielereien und drischt immer direkt dahin wo’s wehtut. Da die Technik stimmt und die Produktion von „Under the storm of hate” ebenso dreckig wie geradlinig ist, ist es sogar möglich, die Songs auseinanderzuhalten. Man kann den Bass mitunter hören und stellenweise versteht man durch das derbe Fauchen des Frontmanns hindurch einige Textstellen. Wer das Album testet, sollte keinesfalls den Fehler begehen, nach den ersten zwei Tracks, die wirklich die reinste Prügelorgie sind, das Teil als langweilig abzutun. Spätestens mit „Odessa” legen BLESSMON nämlich ihr Können auf den Tisch. Und die zweite Hälfte der Scheibe, beginnend mit dem Titelsong bis hin zu „Irsgarh”, ist durchweg ein für diese Verhältnisse abwechslungsreiches Hörvergnügen, wenn man nordischen, rohen Black Metal mag. Mir ist orgiastische Hochgeschwindigkeits-Knüppelei mit sauber eingepaßten Durchschnauf-Phasen eh zehnmal lieber als ach so interessanter, intelligenter, keyboard-durchweichter Pseudo-Schwarzstahl. Punktum. Anspieltipps sind hier „Odessa”, der Titelsong und „Gardens of blasphemy”. Neben der normalen CD-Variante gibt es von „Under the storm of hate” ein auf 500 Stück limitiertes DigiPak, das vier Bonus-Tracks bereithält. blessmon@gmx.net // www.blessmon.com |