03.12.08



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Interview mit BLACKPUZZLE (Dezember 2008, deutsch)
Interview mit BLACKPUZZLE (März 2006, deutsch)


BLACKPUZZLE - Universal super swamp (CD 2008) 54 min.
Bei der „No bulletproof soul”-Scheibe hatte ich noch behauptet, daß BLACKPUZZLE bei ihrer Mischung aus Rock, Metal und Alternative bleiben sollten, weil alles andere nur Anpassung wäre. Irgendwie sind sie auch noch die alten. Andererseits hat mich das einheimische Quartett mit ihrem neuesten Werk auch überrascht - und regelrecht aus den Socken gehauen. Tja, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern... Das orientalisch-mystische Intro „Are you in?” läßt noch nichts von dem erahnen, was danach fast eine Stunde lang auf mich eindrischt. Wuchtige Gitarren und Drumschläge reißen mir schier den Schädel ab. Das hab ich so nicht erwartet. Vom Gloomy Thrash’n’Roll der Anfangszeit ist nicht mehr viel geblieben. Der Album-Titel weist zumindest für die ersten drei Songs schon eher die Richtung: Stoner Doom mit einem psychedelischen Faktor und riesigem Suchtpotential. „The water”, „Sunken sun” (von der letzten EP „The BCC sessions” und mit den Vocals von End Of Green-Fronter Michelle Darkness aufgemotzt) und „Avalanche” graben sich mit ihren dreckigen, mittelschnellen Riffs und dem rotzig-versoffenen Gesang sofort ins Hirn. Mann, ich weiß nicht, was BLACKPUZZLE genommen haben, als diese Tracks entstanden sind, aber es hat sich gelohnt. Schade eigentlich, daß es danach nicht so weiter geht. Aber vielleicht wäre es dann auch schon wieder langweilig. „Epitaph (This ache)” und „Downed” (ebenfalls von der EP übernommen) jedenfalls lassen wieder das Rockige bei BLACKPUZZLE in den Vordergrund rücken, mal ruhiger, mal heftiger. Mit dem folgenden „The last one for you” werde ich leider nicht so richtig warm. Hier fehlt mir echt der Kick. Das ist aber auch das einzige Mal auf diesem Album. Denn im weiteren Verlauf macht die Band keine Gefangenen mehr. Besonders bei „Blacken the sky” und „Control” läuft die Band zur Höchstform auf. So derb, düster und wütend will ich euch hören! Der Intensität des Rests tun auch die ruhigen Momente von „Kathleen” und das schleppend Psychedelische von „180 degrees” keinen Abbruch. Und ich wiederhole mich gerne: BLACKPUZZLE überraschen mich mit ihrer Wuchtigkeit und Eindringlichkeit. „Universal super swamp” überzeugt mit wirklich geilen Songs und einer Produktion, die das letzte Album um Längen schlägt. Unbedingt anchecken!
needle@blackpuzzle.com // www.blackpuzzle.com


BLACKPUZZLE - The BCC sessions (CD-EP 2005) 16 min.
Ganz spontan sind BLACKPUZZLE im Herbst letzten Jahres ins Studio gepilgert und haben vier neue Tracks geschmiedet. Die vier schwäbischen Rocker sind mit diesem Output ganz die alten geblieben, und haben sich doch etwas verändert. Death-Metal-Elemente, wie sie noch auf dem „No bulletproof soul”-Album in Spuren vorhanden waren, sind hier überhaupt nicht mehr zu finden. Dennoch haben sich BLACKPUZZLE den ihnen eigenen Drive bewahren können. Nur kommt die Intensität mehr aus kraftvollem Rock, angefressenem Grunge und melodischen, teils doomigen Metal-Ausbrüchen. Besonders im zweiten Teil der Scheibe, mit „Sunken sun” und „Spit the critics” (ich hoffe, die meinen nicht mich), lassen BLACKPUZZLE jede Menge Dampf ab. Im letztgenannten Song kommt dann auch ein bisserl der Thrash hervor, den die Jungs in die Beschreibung ihrer Mucke (Gloomy Thrash’n’Roll) eingebaut haben. Dagegen erinnert „Sunken sun” schon mächtig an Pantera. Für die erste Hälfte von „The BCC sessions” gelten mehr die rockigen und Alternative-Einflüße. „Downed” beginnt anscheinend ziemlich locker, steigert sich aber schnell zu kräftigem Riffing, unterstützt von einem fettem Bass. Breaks und Tempowechsel lassen zudem das tighte Drumming hervorstechen. „Kathleen” läßt eine Ballade ähnlich „Aphrodite” (vom Album) vermuten, ist aber keine. Vielmehr setzen BLACKPUZZLE auf straightes, düsteres Rocken mit einem Grunge-(oder Alternative, wie ihr wollt)Touch, das durch kurze, scheinbar ruhige Passagen durchbrochen wird. Ein sehr dramatischer Song. Was bei BLACKPUZZLE immer vorherrscht ist Power. Man ergeht sich nicht in übertriebener Komplexität, sondern läßt alles fließen. Und von jammerigem Weltschmerz respektive Selbstmitleid keine Spur. Wenn das auf der nächste Scheibe so fortgeführt wird, kann diese nur wieder genauso gut ankommen wie „No bulletproof soul”. GP Rock City RuleZ!


BLACKPUZZLE - No bulletproof soul (CD 2005) 47 min.
Vor gut neun Jahren machte sich eine Göppinger Band auf den Weg, die Welt zu erobern. Damit die Offensive erfolgreich werde, gab man sich den prägnanten Namen Gathering Of Obscurity, frönte fortan einem düsteren, melodischen Death Metal und würgte im Jahre 2000 eine Full-Length namens „The pain of humiliation” hervor. Leider wurde man in der Folge vom Schicksal gebeutelt, und zwei neue Member im Bandgefüge führten schließlich zu stilistisch fast komplett andersartiger Musik und einem neuen Namen. BLACKPUZZLE nennt sich die neue Heimat der Gitarristen Volker Buchele und Marc Ayerle, von Bassist Florian Hobus und Schlagwerker Johannes Schampel. Die erste Begegnung mit BLACKPUZZLE hatte ich live und open air. Eindruck, die erste: Gar nicht so übel. Jedenfalls hatte ich nach den ersten Berichten von „Needle” Buchele sowas wie seichtes Alternative-Gejammer erwartet. Dem war ganz und nicht. Die Jungs rockten die Nacht, und jetzt war ich doch gespannt, was ihr erstes Album „No bulletproof soul” in der heimischen Bude zu bieten hatte. Eindruck, die zweite: Is’ doch Alternative, irgendwie, glücklicherweise aber kein Gejammer. Weder Weltschmerz noch Selbstmitleid lassen BLACKPUZZLE vom Stapel. In den neun Songs (plus Intro und Zwischenspiel) geben sich Rock, Metal und eben Alternative die Hand. Es entstehen zum einen recht explosive Stücke, die aber nur selten vollständig gezündet werden („Coffee and cigarettes”, „Only rawcanroll”). Zum anderen gibt’s die gefühlvolle und doch eindringliche Seite mit „Fragile” oder „Reflections” zum Beispiel. Zwar überwiegen insgesamt die rockigen und Grunge-artigen Elemente, es bleibt aber einiger Raum für Material, das wie aus Gathering-Of-Obscurity-Zeiten herübergerettet klingt. Eindruck, die dritte: An den Instrumenten sind die BLACKPUZZLEr absolut fit. Nur beim Gesang, besonders in den ruhigen, cleanen Momenten ist noch Arbeit anzusetzen. Dagegen wären weitere Passagen mit Growls wie bei „The building” für die Zukunft eine Überlegung wert. Eindruck, die letzte: Die Scheibe ist rundum richtig interessant, energisch und treibend und hat mit dem Titeltrack das Highlight. Eindruck, die allerletzte: BLACKPUZZLE sollten bei genau der Mischung bleiben, die „No bulletproof soul” ausmacht. Alles andere ist Anpassung. Last: BLACKPUZZLE haben sich, warum auch immer, dazu entschlossen die komplette Scheibe zum Download auf der Homepage freizugeben. But not least: Das gesamte Album (gepreßte CD, fettes Booklet) gibt’s für läppische 10 Euronen (all inclusive) natürlich auch zu kaufen.