BISHOP OF HEXEN - The nightmarish compositions (CD 2006, CCP Records) 49 min.Das Heilige Land bringt gar nicht mal so wenige Metal-Bands hervor, wie man vermuten könnte. Und erstaunlicherweise sind es zum Großteil auch noch Black-Metal-Klänge, die aus Israel heraus Aufmerksamkeit erheischen wollen. Trotz oder gerade wegen der politischen und religiösen Querelen? BISHOP OF HEXEN jedenfalls kann man zweifellos als symphonisch erhaben und weniger als hart bezeichnen. Die düstere Grundstimmung von „The nightmarish compositions” beruht auf dem dominanten Einsatz der Synthesizer, welche die mit nur einer Gitarre und dem Bass sowieso schon dünn besetzte Saiten-Abteilung ziemlich schwach aussehen läßt. Da hätte man beim Abmischen etwas mehr Gewicht auf Ausgewogenheit legen müssen. Metal ist nun mal Gitarren-Musik. Und Überfrachtungen mit Keyboards nehmen zumeist Druck, Energie und, was am wichtigsten ist, die Brutalität aus dem Sound. BISHOP OF HEXEN können durchaus für sich verbuchen, jede Menge und viele Spielarten von dunkler und zum Teil auch aggressiver Atmosphäre zu erschaffen. Daß sie dabei nur in die Fußstapfen von Vorreiter-Bands wie die der Dim-Burger latschen, sei mal dahingestellt. Aber im Gegensatz zu diesen können die Israelis auch sehr dichte Strukturen zu Gehör bringen. Woran es bei BISHOP OF HEXEN dann aber krankt, ist die fehlende Direktheit. Es ist nicht unbedingt zerfahren. Aber die vielen Wechsel von Rhythmus, Tempo, Breaks, klassischen Gitarren-Soli, mäjestätischen Synths-Teppichen, Samples und Vocal-Parts machen das Album nicht gerade einfach. Manchen mag das nicht stören, immerhin ist die Fan-Gemeinde des atmosphärischen Black Metals nicht die kleinste. Ob da noch jemanden interessiert, daß BISHOP OF HEXEN ihre unheilige Musik lyrisch in ziemlicher Nähe zur Bibel mit dem Kampf von Gut und Böse fabrizieren? Mir sagt dieses orchestrale Gehabe jedenfalls absolut nicht zu. Technischerseits ist bei Ariel E. und Seelenfolter (git bzw. bass), Van Helsing (dr), Keyboarder Dimfrost und dem sehr ausdrucksstarken Shouter Lord Koder alles im grünen Bereich. Der Aufbau von „The nightmarish compositions” hat mit seinen sieben langen Songs (plus Vor-, Zwischen- und Nachspiel) auch eine gewisse Dramatik. Insgesamt treten BISHOP OF HEXEN aber zu glatt auf. 17 Hatabak St., Ramat-Hasharon 47203 (Israel) // band@bishopofhexen.com // www.bishopofhexen.com |