zu den Reviews B

zur Startseite




BIRDFLESH - Mongo musicale (CD 2006, Dental Records) 34 min.
Vierzehn Jahre im Geschäft und kein bißchen erwachsen - das sind BIRDFLESH. Neben gut drei Handvoll Splits, EP’s und Demos haben die drei Schweden-Hähne auch zwei Studio-Alben herausgebracht. „Mongo musicale” ist nun also Numero 3. Typisch Grindcore hacken sich BIRDFLESH durch ein Doppel-Dutzend von Ein- und Zwei-Minuten-Stücken. Was Achmed Abdulex, Smattro Ansjovis und Barbro Havohej auszeichnet und BIRDFLESH als Grind&Core-Kommando von anderen Bands abhebt, ist ihre Fähigkeit, in schneller und brutaler Mucke komödiantische Einsprengsel zu verarbeiten. Stellenweise wirkt’s kabarettistisch. Manchmal übertreiben es BIRDFLESH zwar mit der Humor-Schlagseite, oder ich versteh’s nur nicht, aber es sei ihnen verziehen. Die Gratwanderung ist eben schwierig, und manchmal latscht man daneben. Aber insgesamt treffen BIRDFLESH genau ins Herz des Grindcore-Fans. Ein klarer, drückender Sound sorgt dafür, daß man die Finessen der Tracks jederzeit mitbekommt. Zwar wird die Band nicht für sich in Anspruch nehmen wollen, technisch hochwertige Musik zu produzieren. Aber im Gegensatz zum sonst in der Szene schon mal vorkommenden Dillentantismus, zur Kunst erhobenes Unvermögen, können BIRDFLESH nicht nur in Höchstgeschwindigkeit Schrammeln und Schreddern, sondern auch in gemäßigteren Tempolagen fehlerfrei und flüssig Saiten anschlagen. Ganz wichtig bei solcher Art krassen Lärms finde ich das Schlagzeug, das die Tracks zusammenhalten muß. Und das gelingt hier ganz gut. Weiterer Pluspunkt: Den Gesang teilen sich die drei Klapsmühl-Kandidaten, so daß die verschiedenen Stimmlagen noch eine weitere Kelle Abwechslung in die Songs schütten. Denn BIRDFLESH sind ja nicht nur Grindcore. Da gibt’s unterschwellig etwas Thrash, natürlich Death Metal, und Punk. Viel Punk. Besondere Tracks will ich aus „Mongo musicale” nicht herausheben. Man muß die Scheibe als Gesamt-”Kunst”(harrr!)-Werk betrachten. Kein essentielles Album, aber ein geiles Teil mit derbem Spaß und Brutalität.
Andreas Mitroulis, Pär Lagerkvist väg 1c, 35243 Växjö (Sweden) // carnivalgrind@birdflesh.net // www.birdflesh.net


BIRDFLESH - Live@Giants of Grind (CD 2005, Power It Up) 37 min.
BIRDFLESH kommen aus Schweden. Aber keine Angst, Leute. Das Label heißt Power It Up, hier gibt’s also kein progressives, technisches Death-Gefrickel. „Live@Giants of Grind” wurde letztes Jahr im Forellenhof Salzgitter aufgezeichnet. Und BIRDFLESH machen selbstverständlich Grindcore. Kurze und knackige Songs, eine gute Portion Groove mittendrin. Der Mosh-Faktor wird bei den Schweden immer schön hoch gehalten. Man kann sich bildlich vorstellen, was da abgegangen ist. Ein paar witzige Ansagen zwischendurch, fertig ist der Salat. Ganze 23 Tracks verbraten BIRDFLESH auf der Scheibe, also weiß jeder was ihn erwarten. Dem Cover nach zu urteilen gehen die drei Chaoten auch nicht unbedingt in den Keller, um mal zu lachen. Besonders in der zweiten Hälfte wird’s verdammt locker. Dann ist auch noch irgendwas kaputt gegangen. Beim dem Grind-Gewitter auch kein Wunder. Hol dir Schweden ins Haus, das spart den Abrißunternehmer. Der Sound ist sehr gut. Die Live-Atmosphäre geht allerdings etwas verloren, weil die Reaktionen der Freaks vor der Bühne etwas weit im Hintergrund bleiben. Für absolute Grindcore Fanatiker aber sicher ein Juwel.