BILE - Vernichtungsschlag (CD 2004) 35 min.So so, BILE holen also zum Vernichtungsschlag aus. Wenn sich da mal nicht einer den Arm auskugelt! Erwartungsvoll ob der spartanisch aufgemachten Scheibe und der minimalistischen Song-Titel leg ich das Teil in den Player. Erster Minuspunkt: gründlich untergründiger Sound. Somit ergab sich beim ersten Durchhören der Eindruck, ein und denselben Track immer wieder zu hören. Und das neunmal. Raushören läßt sich auf jeden Fall, daß BILE sich an Black Metal versuchen. Recht stur, gleichförmig, ohne großartige Höhepunkt rattert das Material durch die Gehörgänge. Bass und Gitarre sind kaum auseinanderzuhalten. Das Schlagzeug scheint ziemlich einfallslos programmiert zu sein. Und bei den Vocals ist konzentriertes Lauschen angesagt, wenn man was mitkriegen will. Bis „Sensenbaum”, dem sechsten Song auf „Vernichtungsschlag”, tut sich nicht allzu viel. Erst mit „Massenvernichtung” gestaltet sich der Kram etwas interessanter. Für BILE-Verhältnisse wird’s ab hier richtiggehend abwechslungsreich. Tempowechsel, eine klarere düster-kalte Atmosphäre, eine rezitative Einlage. „Christenschwein” zieht die Geschwindigkeit merklich an, das bis dahin kaum aus einem hypnotischen Midtempo herauskam. „Welteisnacht”, der abschließende Song, verfällt zunächst in das Maß der ersten Songs, geht dann aber in ein gesampletes Outro mit (vermutlich) Wellenschlag und einigen Keyboard-Takten über. Wer diese verbrochen hat, weiß ich nicht, weil davon nix im Booklet steht. Dagegen warte ich immer noch auf einen Part mit der angekündigten Akustik-Gitarre. Sei’s drum. BILE’s „Vernichtungsschlag” dürfte ein weiterer Fall für die Spaltung der Black-Metal-Basis sein, sofern die überhaupt Interesse zeigt. Für die einen wird’s konzeptionsloses Geschrammel sein, für die anderen räudiger, haßerfüllter Underground Black Metal. Maik Schwemer, Am Zachow 9, 17139 Malchin |