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BESTIAR - Lethal venom (CDr 2005, Old Temple) 39 min.
Wieder so ein ungewöhnliches Veröffentlichungs-Format von Old Temple. BESTIAR erscheinen im roten Papp-Klapp-Cover, ähnlich einem DigiPak, nurdünner und etwas größer. Das auf finstere 666 Kopien begrenzte Teil macht entgegen dem äußeren Anschein inhaltlich, sprich musikalisch, einiges her. Ich muß zugeben, daß ich diesen heftigen Ausbruch brutalen Death Metals von BESTIAR nicht erwartet habe. Um’s hinter mich zu kriegen, geb ich die Kritikpunkte gleichmal vorab. Erstens ist das der verzerrte, maschinell fauchende „Gesang”, der nach zwei, drei Songs nicht mehr viel Wirkung hinterläßt. Zweitens die zu oft zu breit ausgewalzten Midtempo-Passagen. Dann hätten wir’s auch schon. Denn alles andere, was BESTIAR mittels „Lethal venom” auf die Menschheit loslassen, ist ein Volltreffer. TodMetall der alten Schule, verteilt auf zehn Songs, der dazu angetan ist, dir die Eingeweide rauszureißen. Man nehme je eine Handvoll Benediction und Bolt Thrower und rühre dem ganzen eine gute Portion Morbiden Engels-Staub unter - fertig ist eine heftig grollende, bedrohliche, hochexplosive Masse, die von Rafal Szkopek und seinen polnischen Kumpanen in die Gehörgänge gedrückt wird. Ein getragenes, instrumentales Intro namens „Dementia” macht den Auftakt, und schon walzt der Titeltrack los. Stakkato-Riff, Double-Bass und kurze, donnernde Attacken bestimmen das Bild. Immer wieder mischen sich fordende Soli ins Geschehen ein. Der gute Sound der Scheibe läßt die Bassgitarre besonders gut aussehen, respektive in den Vordergrund treten. Mit dem fünften Track „Krew” werden BESTIAR erstmal abwechslungsreicher, während das folgende „Vision days” nochmal ins alte Schema zurückkehrt. „Bestial slaughter” läßt dann endlich das ganze Spektrum von der Leine. Wie später „Never slave” einer der herausragenden Songs der Scheibe. Das Beste haben sich BESTIAR aber für den Schluß aufgehoben. „Nieposluszni” ist ein Mörder-Track mit wütenden Blast-Vorstößen, Breaks, hämmernden Refrains und einem punktgenauen Solo, das das Finale beherrscht. „Lethal venom” dürfte, falls noch irgendwo vorhanden, billig zu haben sein. Kann man empfehlen.
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