01.12.08
BELLGRAVE - Evil mood (CD 2008, Twilight) 40 min.Ein klimperndes Piano lullt den Hörer im Intro ganz vorsichtig ein. Etwas kräftiger lassen BELLGRAVE ihre Instrumente im anschließenden „Last gunmen” röhren. Nach dem anfänglichen Geriffel steigert sich der zerfahrene Opener zunehmend zu einem hochgradig rotzigen DeathRoller. Das Konzept, mit allen seinen Höhen und Tiefen, zieht das Quintett aus Berlin/Brandenburg recht zielsicher in allen elf Tracks, das Intro mal ausgenommen, durch. Auffällig ist, daß die Band mit fortschreitender Spieldauer immer mehr versucht, ihrem Material einen variablen Anstrich zu verpassen. Das funktioniert auch so lange, wie es sich nur um Metal-Abwandlungen handelt. Je tiefer BELLGRAVE in (hard)rockige und proggige Gefilde abdriften, um so unglaubwürdiger und unpassender wird das Zeux. Den wahrhaftigen Mittelweg zwischen Death Metal und Rock’n’Rotz zu finden, ist eben nicht einfach. Da sind ein Latino-Trompeten-Zwischenspiel („Enemy”), Hardcore-Elemente und Sprechgesang („Nothing in between”) oder darkrockende Bequemlichkeit („Dead man’s song”) der Abwechslung schon zuviel. Nicht zuletzt wird das Geschiebe dem böse-kehligen Brüllen des Fronters, mit seinem dankbaren Kilmister-Einschlag, nicht gerecht. So zerstören einige Kleinigkeiten das Gesamtbild des Albums, das viele gute Ansätze und einige herausragende Songs zu bieten hat. Zum Beispiel den Titeltrack, „Black soul” und „Last gunmen” (dessen Struktur später leider zu oft rausgekramt wird). Das nächste Mal bitte einen fetteren Sound, weniger ausgiebige Streifzüge durch die Metal- und Rock-Landschaften und weniger Breaks, und damit straightere Songs. www.bellgrave.de |