BEHEXEN - My soul for his glory (CD 2008, Hammer Of Hate Records) 39 min.BEHEXEN, Urgesteine der finnischen Black-Metal-Szene, klopfen nach drei Jahren relativer Ruhe mit ihrem dritten Album an die Tür. In aller Stille, so heißt es, wurde das Material für „My soul for his glory” vorbereitet. Was jetzt in Form der acht Songs an die Lauscher dringt, hat mit Ruhe oder Stille glücklicherweise absolut nichts zu tun. BEHEXEN stehen für räudigen, okkulten Black Metal. Ihre musikalischen Brutalitäten sind dem Gehörnten gewidmet, unverbrämt, unverhohlen, mit aller Konsequenz. Daß sie sich dabei von primitiver Teufelsverehrung ab- und mehr dem Okkulten insgesamt zugewendet haben wollen, nehm ich ihnen nicht ganz ab. Das Cover und alleine der Album-Titel sprechen dann doch eine andere Sprache. Schlußendlich spielt das aber nur eine geringe Rolle, soll doch immer die Musik über Werden und Vergehen entscheiden. Und nicht die Äußerlichkeiten. Die Finnen dürfen für sich in Anspruch nehmen, ein vollständig trendfreies und doch überraschend vielseitiges Werk aufgenommen zu haben. Man wandelt zwischen einer gewissen experimentellen Lust und dem unbedingten Willen, trotzdem ein umwegloses Brachial-Opus hinzukriegen. Meistens gelingt das BEHEXEN auch. Unterstützt von einer dreckig-krachigen Produktion, dringen immer wieder stumpf hämmernde und eiskalte, flirrende Riffs ans Ohr. Was man an Melodischem zu hören bekommt, und das ist nicht viel, fügt sich problemlos ein. Die Finnen scheuen sich nicht davor, in einem Song fieses Blast-Gerumpel zu atmosphärischem, dunkel rauschendem Midtempo zu mutieren („Born in the serpent of the abyss”, Titelsong) oder gar einen Track lang (fast) nur ein einsam im Raum stehendes Riffs mit krächzendem, düsterem Sprechgesang darzubieten, dem sich erst in der letzten Minute dezent schleppende Drums und ein intensiver Bass hinzugesellen („O.O.O.”). Eindeutig am sichersten bewegen sich BEHEXEN jenseits des Midtempos, wenn sie ungezügelt drauflos berserkern („Demonic fleshtemple”, „And all believers shall be damned”, „Cathedral of the ultimate void”). In manchen Midtempo-Passagen schleichen sich noch kleine Unsicherheiten und Ungereimheiten ein, die das Gesamtbild aber nicht wesentlich stören. Dafür ist eher der klägliche Versuch von erhabenem Klargesang im Titelsong geeignet. Hakt man das ab, bleibt ein irgendwie eigenwilliges Black-Metal-Album mit Atmosphäre und Raserei, das etwas Gewöhnung braucht. torog666@gmail.com // www.behexen.tk |