18.05.08
BATTALION - Welcome to the warzone (CD 2008, Shiver Records) 42 min.Was auch immer Shiver Records anpacken, es ist belgisch. So auch BATTALION, ein Vierer-Pack, das aus Antwerpen stammt. Der Bandname ist relativ beliebt, also seht zu, daß ihr bei euerm bevorzugten Krach-Dealer die CD der richtigen Kapelle erwischt. Denn „Welcome to the warzone” ist einen Besuch dort durchaus wert, sofern ihr oldschooliges Todesblei favorisiert. Egal aber, wo ihr euch das Zweitwerk von BATTALION besorgt - zwei Handvoll brutalste Death-Metal-Songs mit Thrash-Anreicherung werden eure Hütte stürmen. Was die Herren Van De Putte (git), Luts (voc), Schellekens (dr) und Hectors (bass) durch die deutliche Nähe zu Bolt Thrower, frühen Grave, Obituary und Benediction an Eigenständigkeit fraglos einbüßen, holen sie durch authentisches Songwriting, einen ebensolchen Sound, technische Feinheiten, stetige Aggression und einem endlich wiedermal variablen Frontgrunzer wieder raus. Trotz der dreiviertel Stunde Laufzeit ist die Scheibe kurzweilig und interessant. Zwar liegt der Schwerpunkt von „Welcome to the warzone” auf mittelschneller Brachialität, aber festnageln kann man die Truppe darauf nicht. Mag der Opener „Mechanize Blitzkrieg” trotz der eingestreuten Blasts noch diesen Eindruck dampfwalzender Heaviness vermitteln, prügelt das nachfolgende „Cracks of my coffin” in ganzen zwei Minuten alle Zweifel weg. „Ten-thousand corpse ditch” und „Throne of lies” brauchen dann etwas länger um ihre ganze Wirkung zu entfalten. Wie eine schlachtenerprobte Panzerkompanie wandeln BATTALION auf abwechslungsreichen Wegen und hinterlistig durch’s Midtempo-Dickicht, um dann unvermittelt aus der Deckung zu brechen und dem Hörer mit Blastbeats und harschen, treibenden Riffs ins Genick zu fahren. Hier ist auch deutlich zu spüren, daß die fehlende Gitarre durch den Viersaiter nicht nur glänzend ersetzt wird, sondern eine hervorragende Rolle spielt. Mit „Blunt force trauma” und „Curb stomp” wenden sich die Belgier mehr dem Übersee-Stil zu und werden grindiger. Dann gibt’s mit „Verdun meat grinder” wieder einen griffige Walze, gleich danach per „Radiation holocaust” komplexe Nackenschläge, die wie schon bei „Blunt force trauma” mit Soli garniert sind. Abgeschlossen wird das gewaltige Album durch das markerschütternde, auf den Punkt gespielte „Opening the blastdoors to hell”, dessen Name alles sagt, was einen erwartet, sowie dem sechsminütigen „Mass incinerator” mit einem dreckigen Drive von der Schießbude und brutalen Riffs inclusive Finessen von der Gitarre. Dieser Song, „Cracks of my coffin” und „Blunt force trauma” sind die stärkesten Granaten im BATTALION-Munitionslager, denen die anderen Geschosse aber mit nur marginalem Abstand folgen. Eine durchaus lohnenswerte Anschaffung. www.myspace.com/battalionsquadcamp |